Archiv
Bayer profitiert vom klassischen Chemiegeschäft - operativer Ergebnissprung

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat von der Belebung seines klassischen Chemiegeschäfts profitiert und das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen im dritten Quartal überraschend deutlich gesteigert.

dpa-afx LEVERKUSEN. Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat von der Belebung seines klassischen Chemiegeschäfts profitiert und das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen im dritten Quartal überraschend deutlich gesteigert. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erhöhte sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) vor Sondereffekten von 125 Mill. Euro auf 383 Mill. Euro, teilte die im Dax gelistete Gesellschaft am Donnerstag in Leverkusen mit. Die 13 von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Experten hatten im Durchschnitt lediglich 245 Mill. Euro erwartet.

Insbesondere das zyklische Chemiegeschäft mit hochwertigen Materialien (Materialscience) und beim MDax-Aspiranten Lanxess trugen zur Ertragssteigerung bei. Trotz der üblichen saisonalen Schwäche zeigte sich auch das Pflanzenschutzgeschäft robust. Das Gesundheitsgeschäft litt unterdessen unter der wachsenden Konkurrenz beim stärksten Umsatzträger Cipro (Breitband-Antibiotikum).

Pflanzenschutzgeschäft Robust

Unter dem Strich verbuchte der Konzern im dritten Quartal einen Überschuss von 34 Mill. Euro. Vor einem Jahr hatte der Konzern noch einen Verlust von 123 Mill. Euro ausgewiesen. Die befragten Experten hatten im Schnitt einen Verlust von 7,2 Mill. Euro erwartet. Der Umsatz legte im Berichtszeitraum um 3,4 Prozent auf 7,065 Mrd. Euro zu. Analysten hatten lediglich 7,027 Mrd. Euro erwartet.

Die Nettoverschuldung verringerte sich im dritten Quartal im Vergleich zum Stand Ende des vergangenen Jahres um 0,3 Mrd. Euro auf 5,7 Mrd. Euro.

Industriegeschäft Zieht Stark AN

Das Industriegeschäft zog dank der Belebung der Chemiekonjunktur kräftig an. Mit hochwertigen Materialien erzielte Bayer einen Umsatzzuwachs von 18,1 Prozent auf 2,228 Mrd. Euro. Das Ebit kletterte um 164,4 Prozent auf 119 Mill. Euro.

Der neue Chemiekonzern Lanxess steigerte den Umsatz im Berichtszeitraum um 4,6 Prozent auf 1,471 Mrd. Euro, während sich das Ebit um 31 Mill. Euro auf minus vier Mill. Euro verbessert. Vor gut einer Woche hatten die Bayer-Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung grünes Licht für die Abspaltung und den Börsengang der Gesellschaft Anfang 2005 gegeben.

Im Pflanzenschutzgeschäft blieb der Umsatz mit 1,124 Mrd. Euro auf Vorjahreshöhe. Das Ebit blieb negativ, verringerte sich aber von minus 130 Mill. Euro auf minus 96 Mill. Euro. Das dritte Quartal ist bei Bayer im Pflanzenschutz saisonbedingt generell schwach.

Verkauf DES Blutplasma-Geschäfts IM Endstadium

Das bei Analysten als Problembereich gehandelte Gesundheitsgeschäft verzeichnete im dritten Quartal einen Umsatzrückgang von 8,4 Prozent auf 2,070 Mrd. Euro, während das Ebit um 18,8 Prozent auf 266 Mill. Euro kletterte. Bayer begründete den Umsatzrückgang mit dem Patentablauf von Cipro in den USA. Durch andere Pharma-Produkte, erhebliche Kosteneinsparungen sowie durch die Biologischen Produkte sei im Ergebnis der negative Effekt überkompensiert worden.

Beim geplanten Verkauf seines Blutplasma-Geschäfts befinde sich der Konzern "im Endstadium", sagte Wenning. Laut Medienberichten befindet sich Bayer in Verhandlungen mit einer US-Beteiligungsgesellschaft.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%