Bayer setzt auf Healthcare-Produkte
Lipobay-Vergleiche schließen 13 Todesfälle ein

Die bislang geschlossenen Vergleiche des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer mit Klägern von Lipobay-Geschädigten schließen auch mehrere Todesfälle ein.

Reuters FRANKFURT/M. "In den 500 Vergleichen sind 13 Todesfälle eingeschlossen", sagte Bayer-Chef Werner Wenning am Freitag auf einer Investorenkonferenz. Die bislang für die Vergleiche bezahlten 140 Millionen Euro seien durch die Versicherungen abgedeckt. Weltweit werden rund 100 Todesfälle mit dem Cholesterinsenker der Leverkusener in Verbindung gebracht. Bayer äußerte sich auf der Konferenz auch zu neuen Produkten seiner Gesundheitssparte. Nach den Worten von Healthcare-Chef Rolf Classon erwarten die Leverkusener aus Produktstarts 2003 Umsätze von mehreren hundert Millionen Euro.

Am Vortag hatte der Konzern erstmals eingeräumt, dass mögliche Schadensersatzzahlungen im Zusammenhang mit dem zurückgerufenen Cholesterinsenker Lipobay die Versicherungsdeckung überschreiten könnten. Insgesamt liegen Bayer zufolge bislang 8400 Klagen vor. "In diesen 8400 Fällen sind 160 Sammelklagen enthalten", ergänzte Wenning am Freitag. In den USA steht das Urteil im ersten Schadensersatzprozess um Lipbay unmittelbar bevor, es wird für Freitag oder Montag erwartet. Bayer hatte Lipobay 2001 vom Markt genommen, weil das Medikament im Verdacht steht, als Nebenwirkung Muskelschwäche mit tödlichem Ausgang verursachen zu können.

Die Bayer-Aktie gab wegen der anhaltenden Sorgen vor immens hohen Schadenersatzforderungen im Rechtsstreit um Lipobay am Freitag erneut nach. In einem insgesamt festeren Umfeld verbilligte sich die Aktie um sechs Prozent auf 10,20 Euro.

Bayer will an Pharma festhalten

Wenning bekräftigte zugleich, an der angeschlagenen Pharmasparte des Konzerns festhalten zu wollen. "Wir haben keinerlei Absicht, unsere Pharmasparte abzuspalten, zu verkaufen", sagte der Vorstandschef. Am Vortag hatte der Chef der Bayer-Gesundheitssparte Rolf Classon Reuters gesagt, Bayer suche zwar weiter einen Partner für seine angeschlagene Pharma-Sparte, diese sei aber auch alleine überlebensfähig.

Millionenumsätze aus Healthcare-Produktstarts erwartet

Unterdessen stellte Bayer auf der Investorenkonferenz aus Produktstarts der Gesundheitssparte in diesem Jahr Umsätze von mehreren hundert Millionen Euro in Aussicht. "Aus Produktstarts 2003 erwarten wir Umsätze von über 700 Millionen Euro", sagte Classon. Die Spitzenumsatz-Erwartung für diese Produkte läge bei rund 3,8 Milliarden Euro.

Von den mehr als 700 Millionen Euro kämen rund 300 Millionen Euro Umsatz aus Produktstarts des Pharmabereichs, fügte Classon hinzu. Mehr als 150 Millionen Euro Umsatz kämen aus neuen biologischen Produkten, der Umsatzbeitrag neuer Diagnostika liege bei mehr als 140 Millionen Euro.

Zu dem Potenzmittel Levitra, für das am 17. März der Verkaufsstart in Deutschland geplant ist, sagte Classon, innerhalb von neun Monaten solle das Präparat in rund 90 Prozent des Marktes für sogenannte erektile Dysfunktionen starten.

Bayer-Chef Werner Wenning hatte am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz gesagt, 2003 bis zu 150 Millionen Euro Umsatz mit Levitra zu erwarten. Früheren Angaben zufolge erwartet Bayer mit dem Potenzmittel künftig einen maximalen Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro. Levitra hatte erst Anfang März die Zulassung von der Europäischen Kommission erhalten.

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