Bayer-Spieler träumen weiter vom Champions-Halbfinale
Leverkusen verliert - Chancen noch offen

Dank einer cleveren Mauer-Taktik kann Bayer 04 Leverkusen weiter vom Sprung ins Champions-League-Halbfinale träumen. Zwar verlor der Bundesliga-Spitzenreiter das Viertelfinal-Hinspiel beim heimstarken FC Liverpool mit 0:1 (0:1), hat aber dennoch im Rückspiel am kommenden Dienstag alle Chancen, erstmals in der Club- Geschichte in die Vorschlussrunde der Meister-Liga einzuziehen.

dpa Liverpool. Vor 42 454 Zuschauern erzielte am Mittwoch Sami Hyypiä (44.) das Siegtor für die Gastgeber, die ihren Ruf als deutscher "Angstgegner" untermauerten. Denn auch der 14. Versuch eines deutschen Teams, an der berühmt-berüchtigten Anfield Road zum Sieg zu kommen, blieb erfolglos. Leverkusens Carsten Ramelow sah die dritte Gelbe Karte und fehlt beim zweiten Aufeinandertreffen im Haberland-Stadion.

Nach einer Gedenkminute für die am Oster-Wochenende verstorbene "Queen Mum" übernahm der UEFA-Cup-Sieger in seinem 200. Europacup- Spiel zwar sofort die Initiative. Doch den befürchteten Sturmlauf der Hausherren ließen die Leverkusener, bei denen Nationalspieler Ramelow den Gelb-gesperrten Jens Nowotny als Abwehrchef und Kapitän vertrat, lange nicht zu. Dank seiner kompakten Defensiv-Reihe, die bei Bedarf auch immer wieder von den Mittelfeldakteuren verstärkt wurde, nahm der Bundesliga-Spitzenreiter dem offensivstarken Insel-Club zumindest eine Halbzeit lang ziemlich den Wind aus den Segeln.

Allerdings lief im eigenen Angriff, in dem Dimitar Berbatow überraschend den angeschlagenen Neu-Nationalspieler Thomas Brdaric (Sehnenblessur am linken Fuß) vertrat, nicht viel zusammen. Der Bulgare war zunächst die einzige Spitze der Werks-Elf, die in den ersten 45 Minuten kein Mal auf das gegnerische Tor schoss. Auch die "Reds" taten sich gegen die taktisch gut eingestellten Gäste schwer. Ein Linksschuss durch Emile Heskey (10.), der nur zu Stande kam, weil Ramelow einmal nicht aufpasste, blieb für lange Zeit die einzige nennenswerte Torchance für den 18-maligen englischen Champion.

Als Vladimir Smicer (42.) vorbei köpfte, schien Bayers Taktik voll aufzugehen. Eine Minute vor der Pause dann aber doch noch die kalte Dusche: Diego Placente berechnete einen Eckball falsch, Michael Owen passte flach vor das Tor und Hyypiä musste zur wichtigen Führung nur abstauben.

"Bayer hat sehr clever gespielt. Die Mannschaft hält den Ball gut in den eigenen Reihen. Zum Glück haben wir noch einen rein gemacht", meinte zur Pause Liverpools von einer schweren Erkrankung genesener Profi Markus Babbel, der im Sommer wieder angreifen will. Mit dem zum psychologisch optimalen Zeitpunkt erzielten Vorsprung im Rücken trumpfte der FC Liverpool nach dem Wechsel zunächst stärker auf - und Hans-Jörg Butt rückte immer mehr in den Mittelpunkt.

Erst zielte der deutsche Internationale Dietmar Hamann (46.) über dessen Gehäuse. Dann jedoch rettete der Keeper zweimal glänzend gegen John Riise (57./58.). Neun Minuten später hatte Michael Ballack den Ausgleich auf dem Fuß, doch er verzog freistehend aus etwa 14 Metern. In der Folge konnten sich die vom starken Mittelfeld-Motor Bernd Schneider und - mit Ausnahme seines Fehlers vor dem 0:1 - ebenfalls sehr konzentriert agierenden Linksverteidiger Placente angeführten Leverkusener, die in Ulf Kirsten (74.) einen frischen Stürmer ins Spiel brachten, wieder etwas freispielen. Zum Ausgleich reichte es jedoch nicht mehr. Die Hausherren waren in erster Linie auf Sicherung des Zu-Null-Erfolges bedacht, blieben aber bei Kontern gefährlich.

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