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Bayer steigert Gewinn, aber verfehlt Erwartungen

Getragen vom dynamischen Wachstum der Gesundheitssparte hat der Bayer-Konzern seinen Gewinn im abgelaufenen Quartal gesteigert, die Erwartungen der Finanzmärkte aber verfehlt.

Reuters LEVERKUSEN. Getragen vom dynamischen Wachstum der Gesundheitssparte hat der Bayer-Konzern seinen Gewinn im abgelaufenen Quartal gesteigert, die Erwartungen der Finanzmärkte aber verfehlt. Im dritten Quartal sei der operative Gewinn aus dem fortlaufenden Geschäft um 11,7 % auf 724 Mill. Euro, teilte Bayer am Donnerstag mit. Der Umsatz aus dem fortlaufenden Geschäft kletterte um 22,7 % auf 7,433 Mrd. Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten hier im Durchschnitt einen Gewinn von 767 Mill. Euro und einen Umsatz von 7,395 Mrd. Euro erwartet. Bayer bekräftigte seine Prognose, im Gesamtjahr den Betriebsgewinn um mindestens zehn Prozent zu steigern. Auch 2001 will der Konzern zweistellig wachsen.



So reagierte die Bayer-Aktie heute - Intraday-Chart

Die Bayer-Aktien gaben an der Börse nach Vorlage der Zahlen 2,7 % auf 49,85 Euro nach. Analysten führten dies unter anderem auf das schlechter als erwartet ausgefallene Ergebnis bei den Polymeren zurück. Offenbar habe der Konzern die höheren Einkaufspreise nicht an seine Kunden weitergeben können. In dem zweitgrößten Arbeitsgebiet, der Sparte Gesundheit, verbesserte sich das operative Ergebnis um 40 % auf 1,1 Mrd. Euro, teilte Bayer am Donnerstag in Leverkusen mit. Besonders erfreulich habe sich dabei der Pharma-Bereich entwickelt. Der rasante Anstieg der Ölpreise habe aber auf die Margen in den Arbeitsgebieten Polymere und Chemie gedrückt.

Der Umsatz im Arbeitsgebiet Gesundheit stieg in den ersten neun Monaten um 21 % auf 7,3 Mrd. Euro. Bayer führt dies unter anderem auf erfreuliche Zuwachsraten bei den besonders gut gehenden Medikamenten wie dem Blutdrucksenker Adalat zurück. Auch die neuen "Blockbuster", wie beispielsweise das Antibiotikum Avelox, hätten sich sehr erfreulich entwickelt. Das eigene Pharmageschäft habe besser als der Weltmarkt abgeschnitten, hieß es weiter. Das gelte auch für das Arbeitsgebiet Landwirtschaft. Der Umsatz stieg hier um 15 % auf 2,8 Mrd. Euro, das Ergebnis um 13 % auf 573 Mill. Euro. Weiteren Auftrieb verspricht sich Bayer von dem Pilzbekämpfungsmittel Flint, das von der schweizer Novartis übernommen werden soll.

Das Gewinnwachstum auf den Arbeitsgebieten Polymere und Chemie wurde den Angaben zufolge gedämpft durch höhere Rohstoffpreise und den im Vergleich zum Euro starken $. Allein bei den Polymeren sei dadurch in diesem Jahr eine Mehrbelastung von 900 Mill. $ zu verkraften. Wichtige Rohstoffe werden in $ abgerechnet. Das operative Ergebnis bei den Polymeren nahm nur geringfügig auf 897 (865) Mill. Euro zu.

Von Januar bis September steigerte Bayer den Betriebsgewinn im fortzuführenden Geschäft den weiteren Angaben zufolge um rund 600 Mill. Euro auf 2,65 Mrd. Euro. Der Umsatz im fortgeführtem Geschäft stieg auf 22,2 von 18,1 Mrd. Euro. Bayer konzentriert sich in der Berichterstattung auf das fortzuführende Geschäft, aus dem Verkäufe von Beteiligungen herausgerechnet werden. Absolut gesehen hat sich das operative Ergebnis des Chemie- und Pharmakonzerns im Berichtszeitraum auf 2,7 von zuvor 3,2 Mrd. Euro verschlechtert. Der Konzerngewinn sank auf 1,6 von zuvor 2,2 Mrd. Euro.

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