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Bayer übertrifft alle Erwartungen

Wunderkerzen, selbst kreierte Weihnachtslieder und in der Fanmenge badende Spieler: Nach der 3:0-Bescherung gegen Dynamo Kiew bot Bayer 04 Leverkusen ein festliches Bild der Harmonie.

dpa LEVERKUSEN. Wunderkerzen, selbst kreierte Weihnachtslieder und in der Fanmenge badende Spieler: Nach der 3:0-Bescherung gegen Dynamo Kiew bot Bayer 04 Leverkusen ein festliches Bild der Harmonie.

"Wir haben gezeigt, dass man als Underdog sehr weit kommen kann. Vielleicht sorgen wir noch für weitere Überraschungen", meinte Bayer-Torwart Jörg Butt nach dem glanzvollen Einzug ins Achtelfinale der Champions League. "Mit einem Sieg in Gladbach wollen wir noch in der Bundesliga den Anschluss an die Spitze finden und im nächsten Jahr voll angreifen."

Für Klaus Augenthaler, der im Mai 2003 sein Amt antrat und Leverkusen vor dem Sturz in die 2. Liga bewahrte, ist das Erreichen der K.o.-Runde der Höhepunkt seiner Trainer-Karriere. "Das hat uns keiner zugetraut. Nur mit einer Niederlage in Kiew sind wir Gruppenerster geworden", freute sich der Coach darüber, Real Madrid, Dynamo und AS Rom hinter sich gelassen zu haben. Bei der Auslosung für das Achtelfinale am 17. Dezember sind der FC Barcelona, PSV Eindhoven, FC Liverpool, Manchester United und der FC Porto die potenziellen Gegner. "Eine englische Mannschaft wäre gut. Aber warum nicht Barcelona: Wann hat man die Gelegenheit, gegen eine so tolle Mannschaft zu spielen", meinte Carsten Ramelow, "man wird schon aufhorchen, Leverkusen ist wieder da."

Allerdings auch weiterhin fast nur in der zweiten Hälfte, wie die Tore von Juan (51.), Andrej Woronin (77.) und Marko Babic (86.) dokumentieren. Elf der 13 Treffer der Champions-League-Vorrunde schoss Bayer erst nach der Pause. "Ich bin froh, dass ich kein Psychologe bin", antwortete Kapitän Jens Nowotny auf die Frage nach den Gründen dafür. Augenthaler glaubt die Ursache dagegen gefunden zu haben: "Die Mannschaft hat einen hohen Willen und ist zu gierig in der ersten Halbzeit."

Im Gegensatz zu so manchen peinlichen Bundesliga-Vorstellungen gingen die Bayer-Profis gegen den ukrainischen Meister diszipliniert an den Start. "Wir wollten das Spiel nicht in den ersten zehn Minuten entscheiden. Und dass wir irgendwann ein Tor machen, war klar", sagte Butt. Am Ende waren es drei, und eines davon machte der Ukrainer Woronin. "Ich war besonders motiviert, weil die ganze Ukraine zugeschaut hat. Jetzt genieße ich das und werde mit meiner Frau ein Gläschen Wein trinken", meinte der 25-jährige Torjäger.

Finanziell ist die Champions League bereits mit feststehenden elf bis zwölf Mill. Euro Einnahmen ein schöner Gewinn. "Richtig Geld verdienen würden wir ab dem Viertelfinale", erklärte Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser, der nach einer Hüftoperation die Partie gegen Kiew nur am Fernseher anschaute. "Im Achtelfinale zu sein, ist aber imagemäßig nicht zu bezahlen." Die Leverkusener Profis werden an dem Erfolg ordentlich teilhaben, wenngleich sie nicht, wie ursprünglich mit seinem Vorgänger Reiner Calmund vereinbart, die Hälfte des Gewinns aus internationalen Spielen bekommen. "Wir haben eine vernünftige Regelung gefunden, beide Seiten sind zufrieden", so Holzhäuser.

Genug Geld dürfte dann auch in der Vereinskasse bleiben, um die Personalpolitik voranzutreiben. Nachdem Bayer die Option wahrgenommen hat und den Brasilianer Juan bis Mitte 2007 gebunden hat, wird auch mit Stürmer Dimitar Berbatow über eine vorzeitige Vertragsverlängerung (bis 2009) verhandelt. Neue Angebote sollen auch Bernd Schneider und Ramelow erhalten, Gespräche mit Robson Ponte und Diego Placente sind ebenfalls geplant. "Und im Sommer wollen wir noch den einen oder anderen Spielen holen", kündigte Holzhäuser an.

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