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Bayer und Aventis planen Joint Venture

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer und der französisch-deutsche Wettbewerber Aventis planen ein Joint Venture für ihre biologischen Produkte, bei dem Bayer die Mehrheit und die unternehmerische Führung hat.

rtr LEVERKUSEN. Zur Gründung des Gemeinschaftsunternehmens sei bereits eine Absichtserklärung unterzeichnet worden, die aber nicht bindend sei, teilte Bayer am Mittwoch mit. Die Erklärung sehe zudem eine Option vor, wonach Bayer die Aventis-Anteile an dem neuen Unternehmen zu gegebener Zeit übernehmen könne. Die Umsetzung der Pläne sei unter anderem abhängig von der Verhandlung eines abschließenden Vertrages sowie der Genehmigung der zuständigen Behörden. Aventis hatte bereits zuvor mitgeteilt, die Gespräche über die Zusammenlegung der beiden Sparten sollten im ersten Halbjahr 2002 abgeschlossen werden.

Vorgesehen ist, den Bayer-Geschäftsbereich Biological Products und die Aventis-Blutplasma-Tochter Behring, beide mit Sitz in den USA, zusammenzuführen. Aventis geht nach eigenen Angaben davon aus, dass das geplante Geschäft sich positiv auf den Ertrag auswirkt. Auch Bayer erwartet eine nachhaltige Steigerung der Wirtschaftlichkeit der Sparte. "Mit der Vereinbarung machen wir einen wichtigen Schritt zum weiteren Ausbau unserer Aktivitäten im Arbeitsgebiet Gesundheit, insbesondere im Hinblick auf die Gründung einer Health Care Gesellschaft", erklärte Bayer-Vorstandschef Manfred Schneider.

Bayer erzielte im Jahr 2000 mit den biologischen Produkten den Angaben zufolge einen Umsatz von rund 1,2 Mrd. ? und beschäftigt in dem Segment zur Zeit weltweit etwa 2 800 Mitarbeiter. Zu dem Geschäft gehören Blutplasmaprodukte sowie gentechnisch hergestellte Präparate wie Kogenate. Aventis Behring verbuchte 2000 einen Umsatz von 1,15 Mrd. ? und beschäftigt weltweit rund 6 500 Mitarbeiter. Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt der Firma sind den Angaben zufolge Eiweiße aus Blutplasma und die dazugehörigen Technologien.

Schon seit längerem gab es Spekulationen über eine Zusammenlegung des Geschäfts der beiden Firmen mit Blutprodukten. Bayer sucht derzeit nach Partnern im Arbeitsgebiet Gesundheit. Schneider hatte jüngst gesagt, er denke an Partnerschaften mit Unternehmen in der Größenordnung von bis zu sechs Mrd. ? Umsatz, um die Marktstellung in den USA zu verbessern. Vor einer Woche hatten Bayer und Aventis erstmals Verhandlungen über eine Zusammenlegung ihres Geschäfts mit Blutprodukten bestätigt, ohne Details zu nennen.

Schon im Herbst hatte Bayer angekündigt, das Pharmageschäft aufzuspalten und die biologischen Produkte neben dem übrigen Pharmageschäft in separaten Geschäftsbereichen zu führen und nach strategischen Partnerschaften Ausschau zu halten. Nach Problemen in der Gesundheitssparte, darunter vor allem der Rückruf des Cholesterinsenkers Lipobay wegen des Verdachts auf tödliche Nebenwirkungen im vergangenen Jahr, hatte Bayer einen Konzernumbau angekündigt. Das Gesundheitsgeschäft soll nun ebenso wie die anderen drei Gebiete Pflanzenschutz, Chemie und Polymere als selbstständige Gesellschaften unter dem Dach einer strategischen Holding geführt werden.

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