Bayer und SAP im Plus
Dax zieht in Erwartung positiver US-Börsen an

Im Verlauf des Morgens pendelten die Kurse in "charttechnischem Niemandsland" vollkommen impulslos hin und her. Nach einer Schwächephase nach dem Start steigt der Index nun wieder an.

rtr/vwd FRANKFURT. Der Dax verbuchte zur Mittagszeit ein Plus von 0,8 Prozent auf 5 319 Zähler, nachdem er über weite Strecken um seinen Vortagesschluss gependelt war. Am Neuen Markt baute der Nemax 50-Index sein Minus ab und notierte knapp behauptet bei 1 024 Punkten. Der MDax für die mittelschweren Werte präsentierte sich 0,2 Prozent fester bei 4 435 Stellen.

Händler sagten, die Erwartung einer freundlichen Eröffnung der US-Börsen sei für die Aufwärtstendenz verantwortlich. Rund zwei Stunden vor Auftakt notierte der Nasdaq-Future fünf Stellen höher, der Dow-Jones-Future zog um 27 Punkte an.

In den USA hatten die Börsen am Dienstag uneinheitlich geschlossen. Während der Dow-Jones-Index bei deutlichen Kursgewinnen der IBM-Aktie 0,2 Prozent fester bei 10 632 Zählern schloss, hatten trübe Prognosen von Konzernen wie Lucent und Nokia die Technologiewerte nach unten gezogen. Der Nasdaq-Index schloss 1,68 Prozent tiefer auf 1 897 Punkten.

Börsianer verwiesen zudem darauf, dass der Markt bis zu dem dreifachen Verfall von Optionen und Futures an der Terminbörse Eurex am Freitag volatil bleiben werde.

SAP gehörten zu den größten Gewinnern, nachdem Finanzvorstand Werner Brandt gesagt hatte, dass der Konzern in den USA gut in das erste Quartal 2002 gestartet sei. Zudem schloss er die Ausgabe einer Wandelanleihe aus. Der Markt sei über diese Aussagen erleichtert, sagte ein Börsianer. Über den Erwartungen liegende Zahlen von Bayer beflügelten den Chemie- und Pharmasektor. Schwächer notierten indes die Aktien der Deutschen Bank, was Händler auf Gerüchte über eine Verkaufsempfehlung einer Investmentbank zurückführten.

Investoren konzentrierten sich auf einzelne Titel, zu denen unter anderem die Titel des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer gehörten. Die Papiere setzten sich mit einem Plus von 1,5 Prozent auf 39,65 Euro an die Spitze der Dax-Gewinner, nachdem das Unternehmen über Analystenschätzungen liegende Geschäftszahlen vorgelegt hatte. Der Konzerngewinn 2001 lag den Angaben zufolge bei 965 Millionen Euro.

Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Gewinn von 748,67 Millionen Euro gerechnet. Zugleich bekräftigte Bayer am Mittwoch in Leverkusen frühere Prognosen, den Konzerngewinn 2002 wieder kräftig zu steigern.

"Die Zahlen von Bayer sind sehr robust", sagte Trudbert Merkel, Fondsmanager bei Deka. "Vor allem, wenn man das Horrorjahr betrachtet, das hinter ihnen liegt." Das Geschäft sei sehr stabil und die Aktien könnten sich jetzt wieder der 40-Euro-Marke nähern, fügte Merkel hinzu.

Im Sog der positiv aufgenommenen Zahlen zogen auch die Aktien von BASF um 0,4 Prozent auf 46,58 Euro an. Schering stiegen um knapp ein Prozent auf 67,05 Euro.

SAP will keine Wandelanleihen ausgeben

Im Fokus standen auch die Titel des Walldorfer Softwarekonzerns SAP , die um 1,2 Prozent auf 168,05 Euro anzogen. Nach den Worten von Finanzvorstand Werner Brandt ist das Walldorfer Softwareunternehmen in den USA gut in das erste Quartal 2002 gestartet. Zudem schloss er die Ausgabe einer Wandelanleihe aus. "Der Markt ist erfreut, dass sie einen guten Start im ersten Quartal in den USA hatten", sagte ein Händler mit Blick auf die Kurszuwächse.

Zudem sei man erleichtert, dass keine Wandelanleihe ausgegeben werden sollte. "Dieses Gerücht war Monate lang im Markt und es ist gut, dass es nun aus der Welt geschafft ist", fügte der Börsianer hinzu.

Schwächer notierten indes die Aktien der Deutschen Bank , die um 1,8 Prozent auf 71,14 Euro fielen. Börsianern zufolge belasteten Gerüchte über eine Herunterstufung die Titel.

Siemens gaben um rund ein Prozent auf 74,20 Euro nach, nachdem der Leiter des Netzwerkbereichs (ICN), Thomas Ganswindt, auf Grund der weiterhin schwierigen Marktlage weitere Stellenstreichungen nicht ausgeschlossen hatte. "Bei Siemens ist man sich nicht sicher, wie sich die Geschäftsbereiche in der nächsten Zukunft entwickeln werden", sagte Florian Weber, Aktienhändler beim Börsenmakler Schnigge.

In den Aussagen von Ganswindt sei eher Zurückhaltung zu spüren gewesen. "Und das ist etwas, was Börsianer im Moment überhaupt nicht hören wollen", fügte Weber hinzu. "Die möchten hören, dass das Geschäft anzieht und damit auch die Unternehmensgewinne".

Im MDax verbuchten die Aktien des Sportartikelherstellers Puma ein moderates Kursplus von 0,1 Prozent auf 45,45 Euro. Das Unternehmen hatte zuvor mitgeteilt, im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis verbucht zu haben und 2002 erneut kräftige Umsatz- und Ergebniszuwächse zu erwarten.

Die ebenfalls im MDax gelisteten Aktien des Wiesbadener Graphitelektrodenherstellers SGL Carbon notierten kaum verändert bei 24,75 Euro. Das Unternehmen hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr auf Grund der wirtschaftlichen Abschwächung sowie hoher Aufbaukosten für die Tochter SGL Technologies einen Ergebnisrückgang verzeichnet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%