Bayer und Versicherer drücken: Dax schließt knapp über 2200 Punkten

Bayer und Versicherer drücken
Dax schließt knapp über 2200 Punkten

Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch wieder in seine altbekannte Richtung eingeschwenkt: Nach unten. Damit hat sich die leichte technische Erholung zu Handelsbeginn als kurzlebig erwiesen. "Die Investoren nutzen jede kleinere Erholung sofort zum Abbau ihrer Positionen", berichtet ein Händler.

HB/dpa FRANKFURT. Im Sog der Verluste bei den Versicherern und Bayer ging der Dax mit 2202,96 Punkten aus der Sitzung. Das war ein Minus von 4,4 Prozent oder gut 100 Punkten. Damit war der siebte Handelstag in Folge mit Verlusten zu Ende gegangen. Der MDax sank um 1,5 Prozent auf 2646,89 Zähler. Am Neuen Markt zeigte die Kurstafel für den Nemax 50 einen Schlussstand von 309,55 Punkten an. Das entsprach einem Abschlag von 2,44 Prozent.

Fünf Gewinnern standen 15 Verlierer gegenüber. Toptitel war die Lufthansa mit plus 6,8 Prozent auf 7,38 Euro. Bayer-Aktien verloren prozentual am stärksten.

Medienberichte, wonach Osama bin Laden in Pakistan gefasst worden sei, bremsten die Kursverluste an den Börsen nur für Augenblicke. Nach dem Dementi der pakistanischen Regierung sanken die Indizes wieder.

Die schier ewig währende Unsicherheit um einen Militärschlag im Irak lastete auch auf den internationalen Märkten: Der Dow Jones verlor in New York ein Prozent auf 7450 Punkte, der NasdaqComposite 0,9 Prozent auf 1260 Punkte. Der EuroStoxx 50 gab 4,4 Prozent auf 1849,64 Punkte ab.

Bayer-Aktien stürzten um 8,7 Prozent auf 10,55 Euro ab und damit an die letzte Position im Dax. Nach zahlreichen Geschädigten haben jetzt auch Aktionäre den Konzern wegen des Cholesterinsenkers Lipobay/Baycol verklagt. Der Vorwurf: Bayer habe Sachverhalte falsch dargestellt und damit den Kurs der in den USA gelisteten Aktien künstlich aufgebläht.

Gerüchte sorgten für herbe Abschläge bei einzelnen Werten: Spekulationen, dass die Allianz ihre Anteile an BASF verkaufen will, haben den Wert des Chemie-Unternehmens an der Börse um 5,9 Prozent auf 28,41 Euro geschmälert. Die Versicherer sind nach Gerüchten um eine Kapitalerhöhung gefallen: Allianz-Aktien sanken um 8,6 Prozent auf 53,00 Euro, Münchener Rück um 8,4 Prozent auf 64,60 Euro.

Lufthansa-Aktien eroberten mit plus 6,8 Prozent auf 7,38 Euro die Dax-Spitze - allerdings bei niedrigen Umsätzen. Sie waren zuletzt so günstig wie seit dem 11. September 2001 nicht mehr, hieß es bei der BNP Paribas. Risiken wie der Irak oder die wirtschaftliche Schwäche im Kurs seien da berücksichtigt - so stark, dass die jüngsten Abschläge übertrieben seien.

Die Bekanntgabe gestiegener Passagierzahlen im Februar am größten deutschen Flughafen puschten Fraport-Aktien im MDax zunächst bis auf 16,62 Euro. Im Sog der schwachen Märkte verloren sie schließlich 0,6 Prozent auf 16,01 Euro. Der Flughafenbetreiber hatte im Februar 0,8 Prozent mehr Fluggäste abgefertigt als vor Jahresfrist.

Knapp zwei Wochen vor dem TecDax-Start ist der Neue Markt nicht für alle Titel ein Auslaufmodell: T-Online profitierten nach Händleransicht vom Wechsel in das neue Börsensegment. Die Aktien des Internet-Anbieters gewannen zeitweise bis auf 5,49 Euro, gaben aber im bis Börsenschluss 1,1 Prozent auf 5,31 Euro ab.

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