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Bayer weist in Studie erhobene Vorwürfe wegen Lipobay Baycol zurück

Der deutsche Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat die in einer US-Studie erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen, seinen Cholesterinsenker Lipobay/Baycol zu spät vom Markt genommen zu haben.

dpa-afx WASHINGTON/LEVERKUSEN. Der deutsche Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat die in einer US-Studie erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen, seinen Cholesterinsenker Lipobay/Baycol zu spät vom Markt genommen zu haben. "Das Unternehmen ist der Ansicht, dass der Beitrag unwissenschaftlich und weder ausgewogen noch objektiv ist", teilte Bayer am Dienstag auf Anfrage mit. Der im medizinischen Fachjournal Jama publizierte Artikel stelle - auf Grundlage einer unvollständigen Durchsicht und Bewertung der zur Verfügung stehenden Daten und Unterlagen - Bayers Vorgehen auf irreführende Weise dar.

Die Autoren der Studie seien in den US-Schadensersatzklagen um Lipobay/Baycol als bezahlte Gutachter für Klägeranwälte tätig, teilte das Unternehmen weiter mit. "Die Autoren haben daher ein starkes Interesse daran, einen Artikel zu veröffentlichen, der ihre (...) Bayer kritisierenden Ansichten widerspiegelt." Bayer verwies auf zwei andere Beiträge, in denen das Verhalten des Konzerns bei der Vermarktung des Lipobay/Baycol-Wirkstoffs Cerivastatin zwischen 1997 und der freiwilligen Marktrücknahme im August 2001 als verantwortlich und angemessen bezeichnet wird.

Bayer: Autoren Sind Bezahlte Gutachter FÜR Klägeranwälte

Bayer hatte das Medikament nach eigenen Angaben vor und nach der Markteinführung immer wieder überprüft und auf Berichte über unerwünschte Wirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Mitteln die Warnhinweise in den Verschreibungsempfehlungen angepasst. Außerdem seien wissenschaftliche Studien angestoßen und eine Reihe von Maßnahmen ergriffen worden, um Ärzte und Apotheker zu informieren. "Als Bayer zu der Auffassung gelangte, dass trotz all dieser Maßnahmen das Medikament weiterhin in einer Weise verschrieben wurde, die zu Sicherheitsbedenken Anlass gab, nahm das Unternehmen das Produkt freiwillig vom Markt."

In der von zehn Wissenschaftlern in Jama veröffentlichten Studie hatte es geheißen, Bayer habe bereits sehr viel länger von den Risiken des Wirkstoffs gewusst, bevor es die Öffentlichkeit gewarnt habe. Das deutsche Unternehmen habe Beweise zurückgehalten, die den tödlichen Nebeneffekt des Wirkstoffs belegt haben. Das im August 2001 von Bayer vom Markt genommene Mittel mit dem Wirkstoff Cerivastatin habe ein zehnfach höheres Risiko einer ernsthaften und manchmal tödlichen Muskel-Funktionsstörung als vergleichbare andere Medikamente.

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