Bayer will Haushaltsinsektizide abgeben
SC Johnson will in Leverkusen einkaufen

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer will sein Geschäft mit Haushaltsinsektiziden an den US-Konzern SC Johnson verkaufen. Dazu sei eine nicht bindende Absichtserklärung unterzeichnet worden, teilte Bayer am Mittwoch in Leverkusen mit. Der Verkauf solle noch in diesem Jahr erfolgen.

Reuters LEVERKUSEN. Zu den Haushaltsinsektiziden mit einem Jahresumsatz von rund 400 Mill. Euro gehören vor allem die Marken Autan und Baygon. Über die Höhe des erwarteten Verkaufserlöses wollte eine Bayer-Sprecherin wegen der noch laufenden Verhandlungen keine Auskunft geben. In einem früheren Pressebericht war unter Berufung auf Unternehmens- und Finanzkreise ein Verkaufspreis von 700 bis 800 Mill. Euro genannt worden. Bayer hatte bereits im März angekündigt, in diesem Jahr die Haushaltsinsektizide verkaufen zu wollen.

Nach dem Verkauf der Agfa-Beteiligung, der Duftstofftochter Haarmann & Reimer und zuletzt der Rhein-Chemie-Gruppe will Bayer im Rahmen seines Konzernumbaus in diesem Jahr neben den Haushaltsinsektiziden auch den Anteil am Joint Venture Polymer Latex veräußern. Darüber hinaus steht der Verkauf von Teilen des Insektizid-und Fungizidgeschäftes von Aventis CropScience an, den die Europäische Kommission Bayer für die Genehmigung der Übernahme zur Bedingung gemacht hatte. Früheren Angaben zufolge will Bayer insgesamt mindestens vier Milliarden Euro durch Desinvestitionen erzielen, davon drei Milliarden Euro in diesem Jahr. Damit soll die Nettoverschuldung bis Jahresende auf etwa zehn Milliarden Euro gesenkt werden.

Beim Verkauf seiner Beteiligung an dem Latexhersteller Polymer Latex wird Bayer einem Zeitungsbericht zufolge möglicherweise weniger erlösen als erwartet. Der voraussichtliche Erlös für das mit Degussa betriebene Gemeinschaftsunternehmen liege zwar über 200 Mill. Euro, entspreche aber nicht den Erwartungen von Bayer, berichtete die "Financial Times Deutschland" (FTD) in ihrer Mittwochausgabe unter Berufung auf Kreise des Bayer-Konzerns. Da Bayer und der Spezialchemiekonzern Degussa jeweils 50 % an Polymer Latex halten, dürfte der Erlös aus dem Verkauf zu gleichen Teilen an beide Unternehmen fließen. Ein Bayer-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren.

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