Bayerische Landesbank steuert den Verkaufsprozess
Für Züblin gibt es inzwischen sieben Interessenten

Dies bestätigte deren Vorstand Hans Peter Peters dem Handelsblatt. Die Verhandlungen seien im "fortgeschrittenen Stadium", stünden aber noch nicht kurz vor Abschluss.

MÜNCHEN/STUTTGART. Weitere Details nannte Peters nicht. Inzwischen gibt es nach Informationen des Handelsblatts offenbar sieben Interessenten, die ein erstes Angebot abgegeben haben. Der Kaufpreis soll bei 190 Mill. Euro liegen, hieß es aus Konzernkreisen. Die BayernLB hüllte sich dazu gestern in Schweigen.

Seit 1988 ist der Baulöwe Ignaz Walter, Eigentümer der Walter Bau AG, größter Aktionär des Stuttgarter Bauunternehmens Züblin. Doch seit sein Baukonzern in tiefroten Zahlen steckt, stehen die Züblin-Anteile zum Verkauf. Nur durch einen zusätzlichen Kredit über 100 Mill. Euro von einem Konsortium unter Führung der BayernLB konnte im Frühjahr die Pleite abgewendet werden. Die halbstaatliche Bank hat besonderes Interesse an einer Genesung von Walter Bau, weil sie einen Anteil von rund 10 % an dem Baukonzern besitzt.

Die Walter Holding AG hält derzeit 48,7 % an Züblin. Weitere 4,9 % hat Walter aus bilanztechnischen Gründen vor knapp zwei Jahren an einen neutralen Dritten gegeben. Doch inzwischen sind beide Anteilspakete an die Bayerische Landesbank verpfändet. Knapp 54 % der Züblin-Anteile warten nun auf einen Käufer.

Zu den Interessenten zählen der zweite Züblin-Großaktionär, die Familie Lenz (43 %), ein weiterer deutscher Bieter sowie zwei niederländische Firmen und Unternehmen aus Großbritannien, Frankreich und Asien.

Zu Peters hat die BayernLB beste Kontakte. Der Frankfurter Fusions- und Finanzierungsspezialist wurde erst 1999 von dem Ex-WestLB-Vorstand Hans Peter Peters gegründet. Im Beirat des Unternehmens sitzt der Ex-Chef der Landesbank Rheinland Pfalz und BfG-Sanierer Paul Wieandt, den die BayernLB als Mitglied des Auffangkonsortiums als Feuerwehrmann für die Rettung der Schmidt Bank verpflichtete. Bei kniffligen Angelegenheiten vertraut BayernLB-Chef Werner Schmidt offensichtlich gerne auf alte Kontakte zu Landesbankern.

Auch der Züblin-Job hat es in sich: Mit der Familie Lenz bietet ein Großaktionär selbst mit. Lenz zählt seit mehr als 70 Jahren zu den Anteilseignern von Züblin und hat auch das Unternehmen bis zum Einstieg von Walter geführt. Walter hat die Familie später auch aus dem Aufsichtsrat gedrängt. Sollte nicht Lenz den Zuschlag bekommen, muss der neue Großaktionär jedoch später mit der Familie wieder auskommen, ein Verkauf der Lenz-Anteile stehe nicht zur Diskussion. Ein Züblin-Sprecher will zum bevorstehenden Aktionärswechsel keine Stellung nehmen. Die Stuttgarter haben die Baukrise bisher noch relativ gut gemeistert. 2001 setzte Züblin 1,5 Mrd. Euro und verdiente vor Steuern 10,3 Mill. Euro.

Quelle: Handelsblatt

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