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Bayern bleibt durch 2:0 in Rostock auf Tuchfühlung

Mit seinem ersten Bundesliga-Tor seit dem 15. Februar 2003 hat Mehmet Scholl seine sportliche Auferstehung gefeiert und den FC Bayern München nach zuletzt zwei Pflichtspiel-Niederlagen wieder auf Kurs gebracht.

dpa ROSTOCK. Mit seinem ersten Bundesliga-Tor seit dem 15. Februar 2003 hat Mehmet Scholl seine sportliche Auferstehung gefeiert und den FC Bayern München nach zuletzt zwei Pflichtspiel-Niederlagen wieder auf Kurs gebracht.

Der in der Vergangenheit gesundheitlich arg gebeutelte 34-Jährige war mit einer Torvorlage für Willy Sagnol (82.) und seinem insgesamt 92. Erstliga-Treffer (85.) Garant dafür, dass der deutsche Rekordmeister mit dem 2:0 (0:0) bei Hansa Rostock Anschluss an die Tabellenspitze hielt. "Mit einem gesunden Mehmet sind wir gleich eine Klasse besser", schwärmte Hasan Salihamidzic von seinem eingewechselten Teamkollegen, der sich nach dem Arbeitssieg wortlos verabschiedete.

Vor 30 000 Zuschauern im erstmals in dieser Spielzeit ausverkauften Ostseestadion glänzte der frühere Nationalspieler Scholl, der erst in der 55. Minute für Owen Hargreaves eingewechselt wurde, als unermüdlicher Antreiber und eiskalter Vollstrecker. "Mehmet ist ein Spieler, wie ich ihn liebe. Hoffentlich bleibt er gesundheitlich stabil, dann ist er sehr wertvoll für uns", lobte Bayern-Coach Felix Magath, der Scholl nur aus Personalnot in den Kader berufen hatte, seinen Muster-Profi in den höchsten Tönen.

Die Bayern, die anfangs neun Spieler, darunter die komplette Kreativabteilung (Sebastian Deisler, Michael Ballack, Ze Roberto) ersetzen mussten, waren die dominierende Mannschaft, ließen in der ersten Halbzeit jedoch zahlreiche Chancen von Torsten Frings (6.), Thomas Linke (12./22.) und Roy Makaay (20.) ungenutzt. "Die ersten 30 Minuten waren dennoch die besten der Saison", resümierte Hoeneß und räumte dem Erfolg einen besonderen Stellenwert ein: "Durch eine Niederlage wären wir noch stärker unter Druck geraten."

Im Blickpunkt der emotionsgeladenen Partie, in der die Gastgeber zwar aufopferungsvoll kämpften, aber spielerisch nicht mithalten konnten, stand nach dem Schlusspfiff auch Schiedsrichter Lutz Wagner (Hofheim). Erst verweigerte der 41-Jährige Frings (11.) einen Strafstoß. Dann zückte er gegen David Rasmussen (37.) nach Foul an Bastian Schweinsteiger und gegen Bayerns Abwehrspieler Sammy Kuffour (75.), der Geburtstagskind Marcus Lantz von den Beinen geholt hatte, gleich zwei Mal die Rote Karte. "Alles war korrekt", wies der Referee jegliche Kritik an seinen Entscheidungen von sich.

Das sah Hoeneß ganz anders. "Es hätte Strafstoß geben müssen, und Rot gegen Kuffour ist ein Witz", ereiferte sich der Manager, richtete seinen Fokus aber bereits auf das Duell gegen den VfL Wolfsburg: "Das wird ein Spitzenspiel. Den VfL muss man auf der Rechnung haben." Für Nationalkeeper Oliver Kahn, der nur selten seine Klasse unter Beweis stellen musste, zählt nur eins: "Wir müssen schnell an die Spitze. Nur das kann unser Anspruch sein."

Unterdessen steht in den Geschichtsbüchern des FC Hansa ein neuer Negativrekord. Die Mannschaft von Trainer Juri Schlünz blieb auch im fünften Heimspiel in Serie ohne Punktgewinn und rutschte nach der fünften Saisonniederlage erneut in den Tabellenkeller. "Was in den Annalen steht, interessiert mich nicht", versuchte Schlünz Gelassenheit zu demonstrieren, wenngleich er seine Enttäuschung nur schwer verbergen konnte: "Wir sind bitter abgefangen worden. Das hat das Team nach der Leistung nicht verdient."

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