Bayern-Bosse in Spanien
Millionen-Poker um Makaay spitzt sich zu

Nach wochenlangem Stillstand ist der Millionen-Poker des FC Bayern München um Weltklassestürmer Roy Makaay von Deportivo La Coruna in die entscheidende Phase getreten. Die Bayern-Vorstände Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß verhandelten in Madrid erstmals direkt mit Deportivo-Präsident Augusto Lendoiro über eine Verpflichtung des niederländischen Fußball-Nationalspielers, mit dem sich der deutsche Meister "einig" ist, wie aus dem Quartier des FC Bayern im Leipziger Trainingslager am Donnerstag durchsickerte.

HB/dpa LEIPZIG/MADRID. Von Münchner Seite herrschte eisernes Schweigen über das Ergebnis des Treffens in Spanien. Es gebe "keine Infos, wie das Gespräch gelaufen ist", sagte Vereinssprecher Markus Hörwick in Leipzig. Auf den Handys der Verantwortlichen antwortete nur die Mailbox. "Ich wäre froh, wenn es mit Makaay klappen könnte", wiederholte Trainer Ottmar Hitzfeld lediglich kurz und knapp seinen Wunsch, "eine möglichst große Konkurrenzsituation zu haben".

Eine Verpflichtung von Makaay wäre der teuerste Transfer in der Geschichte des deutschen Rekordmeisters, der noch nie einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag für einen Spieler ausgegeben hat. Als "gutes Zeichen" bewerteten die Münchner, dass das Spitzengespräch am Mittwoch auf Initiative des spanischen Vereinspräsidenten zu Stande kam. Außerdem soll der einzige ernsthafte Mitkonkurrent, der FC Valencia, unmittelbar vor einer erfolgreichen Rückholaktion von Torjäger Claudio Lopez (Lazio Rom) aus Italien stehen.

Auf seiner Homepage berichtete Deportivo, das in Finanznöten steckt, dass die Bayern 18 Mill. ? als Ablösesumme für Makaay geboten hätten. Laut Rummenigge lag das bisherige Angebot "deutlich unter 15 Millionen". Lendoiro strebt eine "schnelle Lösung" an. La Coruna hatte Makaay vor vier Jahren 8,6 Mill. ? gekostet. Der Vertrag des 23-maligen niederländischen Nationalspielers läuft noch bis 2005, in der letzten Saison wurde er in Spanien mit 29 Toren Torschützenkönig. In der Champions League traf er neun Mal, alleine vier Tore schoss er in den zwei Vorrundenspielen gegen die Bayern.

Gespannt verfolgen auch die Bayern-Profis den Ausgang des Pokers. "Wir brauchen nicht unbedingt einen Stürmer, aber um vielleicht noch den Konkurrenzkampf anzufachen und neue Reibungspunkte zu setzen, wäre eine Verpflichtung nicht verkehrt", sagte Kapitän Oliver Kahn. Makaay soll vor allem Giovane Elber und Claudio Pizarro Druck machen. "Wenn Makaay kommt, werde ich alles dafür geben, Stammspieler zu bleiben. Wir können ja auch zusammen spielen", meinte Elber.

Mit Makaay könnten die Bayern noch selbstbewusster ihre hohen Ziele - vor allem in der Champions League - angehen. Aber auch so sieht Hitzfeld nach dem ersten von zwei Trainingslagern dem Saisonstart optimistisch entgegen: "Ich bin überzeugt, dass wir in drei Wochen in guter Verfassung sind.

Der Konkurrenzkampf um die Plätze ist entbrannt, auch wenn noch mehrere Akteure im Trainingsbetrieb fehlen. Verärgert reagierte am Donnerstag der Brasilianer Zé Roberto auf die harte Kritik von Manager Hoeneß an seinen Leistungen in der letzten Saison. Das sei "eine böse Überraschung" gewesen, beklagte sich Zé im "kicker" und kündigte an, dass er nicht auf die Erfüllung seines bis 2005 laufenden Vertrages poche: "Ich will nicht bleiben, wenn Bayern mit mir unzufrieden ist." Hitzfeld bescheinigte Zé jedoch umgehend "eine gute vergangene Saison" und will den Linksfüßler auf keinen Fall abgeben. Der Coach möchte ihn vielmehr schon bald als Flankengeber für Wunschstürmer Makaay agieren sehen.

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