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Bayern-Coach Magath kritisiert Profis

Fußball-Trainer Felix Magath hat Einstellung und Charakter der Bundesliga-Profis kritisiert und dabei auch die Spieler vom FC Bayern München nicht ausgenommen.

dpa MÜNCHEN. Fußball-Trainer Felix Magath hat Einstellung und Charakter der Bundesliga-Profis kritisiert und dabei auch die Spieler vom FC Bayern München nicht ausgenommen.

"Sie stehen lange vor dem Spiegel, schmieren sich Gel in die Haare. Sie wollen selbst gut dastehen und vernachlässigen dabei die Spiel-Idee: weite Wege zu gehen, die niemand sieht - Wege, bei denen nicht sie selbst, sondern der Nebenmann besser aussieht", sagte Magath der Zeitschrift "Sport-Bild". Der 51-Jährige wollte seine deutlichen Worte aber nicht als Reaktion auf das 1:4 des FC Bayern bei Bayer Leverkusen verstanden wissen. "Das sind allgemeine Dinge, die die ganze Liga betreffen", sagte Magath der dpa.

Nach dem Fehlstart in die Bundesliga-Saison mit vier Punkten aus drei Spielen erneuerte Magath sein Umdenken zu mehr Abwehrarbeit. "Das ist eine Erkenntnis, die ich gewonnen habe", sagte er. Schon beim nächsten Spiel gegen Arminia Bielefeld am 11. September würde es entsprechende Änderungen geben. "Es ist so, das es momentan nicht so funktioniert, wie ich es versucht habe. Ich will zwar weiter offensiv ausgerichtet sein, muss aber mehr Wert auf die Defensive legen", sagte Magath.

Grundsätzlich bemängelte Magath den herrschenden Egoismus. "Hier wollen zu viele Spieler nur selbst gut aussehen, anstatt für die anderen zu laufen", sagte der Trainer. Auch im Erfolg stimmten die Prioritäten nicht mehr: "Sie machen sich Gedanken, wie sie Tore bejubeln, und keine, wie man ein Tor schießen kann", sagte er.

Der von Magath nach dem Leverkusen-Spiel kritisierte Roque Santa Cruz setzte sich zur Wehr. "Sie haben mich so gekauft wie ich bin und spiele, und nur so macht mir Fußball auch Spaß", sagte der Stürmer vom FC Bayern München der Zeitung "Ultima Hora" in seinem Heimatland Paraguay. Sein Verhältnis zu Magath bezeichnete Santa Cruz als "eine sehr professionelle Beziehung, sie ist nicht schlecht".

Manager Uli Hoeneß hat derweil Kritik am Finanzgebaren einiger deutscher Proficlubs geübt. "In der Tat schrillen in dem ein oder anderen Fall die Alarmglocken", sagte der 52-Jährige in einem Interview mit dem Magazin "Focus Money", das den Schuldenstand der 36 Erst- und Zweitligaclubs auf 700 Mill. ? bezifferte.

In seiner Kritik schloss Hoeneß die neuen Finanzierungsmethoden wie Genussscheine, Wandelanleihen oder die Verpfändung von Eintrittsgelder ein, mit denen die Vereine ihre Liquidität sichern würden. Für den FC Bayern sei diese Art der Finanzierung keine Option, meinte Hoeneß. Bayern München droht in diesem Jahr nach Angaben des Magazins ein Minus von bis zu 20 Mill. ?. Die möglichen Verluste begründete Hoeneß mit den Investitionen für die neuen Spieler Lucio, Torsten Frings, Andreas Görlitz und Vahid Hashemian, für die man zehn Mill. ? mehr als ursprünglich geplant ausgegeben habe.

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