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Bayern jagt Wolfsburg - Berger-Debüt mit Hansa

An der Spitze plant der FC Bayern München die Machtübernahme nach 18 Monaten, im Tabellen-Keller regiert die nackte Angst ums Überleben. Drei Wochen vor dem Ende der Hinrunde können in der Fußball-Bundesliga wichtige Vorentscheidungen fallen.

dpa DÜSSELDORF. An der Spitze plant der FC Bayern München die Machtübernahme nach 18 Monaten, im Tabellen-Keller regiert die nackte Angst ums Überleben. Drei Wochen vor dem Ende der Hinrunde können in der Fußball-Bundesliga wichtige Vorentscheidungen fallen.

Mit einem Sieg am 14. Spieltag über den 1. FC Kaiserslautern könnte der Rekordmeister erstmals nach 47 Spielrunden wieder da stehen, wo er seiner Meinung nach hingehört: ganz oben. Allerdings müssen die Münchner auf einen Fehltritt des VfL Wolfsburg hoffen, der im Nordderby beim unter Trainer Thomas Doll erstarkten Hamburger SV antritt. Doch selbst wenn es bis zur Winterpause am 12. Dezember nicht klappen sollte mit der Tabellenführung, wäre das für Bayern - Coach Felix Magath kein Beinbruch: "Die Herbstmeisterschaft interessiert mich überhaupt nicht. Wir wollen Meister werden."

Auch im unteren Drittel der Eliteliga stehen Richtung weisende Spiele an. Jeder Punkt zählt. Am meisten Beachtung dürfte die Rückkehr von Jörg Berger auf die Bundesliga-Bühne finden. Der 60-Jährige löste in dieser Woche den glücklosen Juri Schlünz ab und übernahm bei Hansa Rostock den Spezialauftrag, das Schlusslicht vor dem Abstieg zu retten. "Man muss sich jetzt auf das Positive konzentrieren", sagte der mit solch schwierigen Unterfangen vertraute Berger. Im Trainingslager in Dierhagen führte der Coach viele Einzelgespräche, um den Profis nach zuletzt fünf Niederlagen vor dem Spiel bei Hertha BSC Selbstvertrauen einzuhauchen und vorhandenes Potenzial herauszukitzeln. "Wenn wir zusammenstehen und als Mannschaft auftreten, ist in Berlin was drin", sagte Mathias Schober.

Endlich wieder ein Erfolgserlebnis wünscht sich auch Borussia Dortmund. Sechs Tage nach der turbulenten Jahreshauptversammlung ist der BVB im ersten Spiel der dritten Amtszeit von Präsident Reinhard Rauball zum Siegen verdammt. Sollte den drei 0:1-Pflichtspiel-Niederlagen gegen den "Abstiegskonkurrenten" SC Freiburg im Westfalenstadion eine weitere Pleite folgen, stünde der Club nicht nur finanziell am Abgrund. Um das zu verhindern, sprach Rauball in der Trainerfrage ein Machtwort, stärkte Bert van Marwijk demonstrativ den Rücken und nahm sich auch den Kader zur Brust. "Jeder muss sich an die eigene Nase fassen und darf nichts auf den Nebenmann schieben. Gegen Freiburg zu gewinnen, ist ein Muss", betonte Rauball.

Höchste Zeit für einen Sieg wird es auch für den Reviernachbarn VfL Bochum. Der auf Platz 16 abgerutschte Club war bislang meilenweit von der Vorjahresform entfernt, die ihn in den Uefa-Cup geführt hatte. VfL-Trainer Peter Neururer will beim starken Neuling FSV Mainz die Wende einleiten. "Wir wollen eine kleine Siegesserie starten. Aber wir benötigen die Leistung, die wir über 70 Minuten gegen die Bayern gebracht haben", meinte Neururer, der FSV-Coach Jürgen Klopp zwar für das Fehlen der Fußballlehrer-Lizenz kritisierte, ihm dennoch viel Respekt zollt: "Was er in Mainz macht, ist sensationell."

Sensationell sind bisher auch die Leistungen von Arminia Bielefeld, Hannover 96 und Wolfsburg. Allein die Auswärtsbilanz des von Erik Gerets betreuten Tabellenführers lässt zu wünschen übrig. Null Punkte und 0:9 Tore stehen aus den letzten drei Partien in der Fremde zu Buche. Um Rang eins zu verteidigen, müssen die "Wölfe" nach 282 Minuten ohne Tor auf des Gegners Platz endlich wieder treffen. Allerdings fehlt noch der gesperrte Spielmacher Andres D'Alessandro.

Bielefeld würde sogar Werder Bremen überflügeln, sollte ein Heimsieg über den Meister gelingen. Es könnte eine interessante Partie werden, denn beide Teams verfügen über herausragende Stürmer. Arminias Delron Buckley traf in den vorangegangenen sechs Spielen mindestens einmal, und Werder-Profi Miroslav Klose tankte im Länderspiel gegen Kamerun mit zwei Treffern zusätzliches Selbstvertrauen. "Das war schon ein gutes Gefühl", sagte Klose. "Edeljoker" Angelos Charisteas empfahl sich durch seinen "Doppelpack" für Griechenland gegen Kasachstan als Klose-Sturmpartner.

Dessen Vorgänger bei Bremen, Ailton, hofft auf ein Erfolgserlebnis für den FC Schalke 04 beim Konkurrenten Bayer Leverkusen. Eine Woche nach dem Ende der Siegesserie unter Trainer Ralf Rangnick wollen die Königsblauen ihren Aufwärtstrend in der Bayarena fortsetzen. Rangnick glaubt nicht, dass das 1:3 gegen Hertha den Glauben an die eigene Stärke erschüttert hat und erwartet die entsprechende "Reaktion der Elf". Die erwartet auch Matthias Sammer nach einer Aussprache mit den Profis vor dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach. "Wir müssen uns komplett anders präsentieren. Durch die Mannschaft muss ein Ruck gehen", fordert der Coach des VfB Stuttgart nach fünf Niederlagen aus den letzten sieben Pflichtspielen.

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