Bayern-Manager will 2006 aufhören
Hoeneß kritisiert Chelsea-Investor

Einen Börsengang des FC Bayern München will Uli Hoeneß für die Zukunft nicht ausschließen. Doch der Manager des deutschen Fußball-Meisters räumte im Zuge derartiger Überlegungen auch bestimmte Zwänge ein.

HB MÜNCHEN. "Wenn wir trotz neuem Stadion, mit Fernsehgeld, mit Merchandising und Sponsoren gegenüber Manchester oder Real Madrid nicht mehr konkurrenzfähig wären, dann müsste man sich diesen Weg überlegen", sagte Hoeneß in einem Interview der "Bild"-Zeitung (Freitag-Ausgabe).

Allerdings warnte der Bayern-Manager erneut vor den Gefahren einer derartigen Entscheidung. "Denn man gibt ja auch was weg - und plötzlich hast du nichts mehr zu versilbern."

Derzeit steht die FC Bayern AG wirtschaftlich solide da. Auf der letzten Jahreshauptversammlung des größten deutschen Sportvereins wurde für das zurückliegende Geschäftsjahr bei einem Umsatz von 162,7 Millionen Euro ein Gewinn von 0,4 Millionen Euro ausgewiesen.

"Gar nichts" hält Hoeneß von Entwicklungen wie beim englischen Erstligisten FC Chelsea, der von einem russischen Milliardär übernommen wurde. "Er pumpt das Geld nicht aus Liebe zu Chelsea in den Verein. Er will sich und seine Familie in England etablieren, eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung", meinte der Manager, der auch Gefahren für den Verein sieht. "Und wenn er irgendwann keine Lust mehr auf Chelsea hat, ist der Club noch mehr am Ende, als er es vorher war." Falls ein ähnlicher Investor für Bayern auftauchen sollte, hätte er nur eine Antwort: "Bleiben Sie, wo Sie sind."

Hoeneß bekräftigte seine seit langem feststehenden Pläne, am 31. Dezember 2006 als Manager bei Bayern aufzuhören. Er kann sich dann eine Kandidatur für das Präsidentenamt als Nachfolger Franz Beckenbauers vorstellen. "Und als Präsident bin ich ja Vorsitzender des Aufsichtsrates. Diesen Job kann man auch sehr aktiv angehen", so Hoeneß. Nach wie vor ist Oliver Kahn als Manager im Gespräch.

Im Hinblick auf das gemeinsame Stadionprojekt bezeichnete Hoeneß einen möglichen Abstieg des Liga-Konkurrenten TSV 1860 München als einen "auf Dauer großen Nachteil". Alles funktioniere nur reibungslos, wenn beide Vereine in der Liga eine Rolle spielen. "Am besten wäre es natürlich, wenn beide Clubs international vertreten sind." Die Arena, die im Frühjahr 2005 eingeweiht werden soll, wird nach Hoeneß' Ansicht in den ersten fünf Jahren ausverkauft sein. Für die Eröffnung des Stadions denkt der Manager an ein großes Turnier, zu dem auch die Nationalteams von China und Japan kommen sollen.

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