Archiv
Bayern mit Sieg beim HSV unzufrieden

Hamburg (dpa) - Das Starensemble des FC Bayern München hat in Hamburg die erste der 34 Stufen auf dem Weg zur angestrebten Deutschen Meisterschaft genommen - doch richtig glücklich war beim Top-Favoriten niemand.

Hamburg (dpa) - Das Starensemble des FC Bayern München hat in Hamburg die erste der 34 Stufen auf dem Weg zur angestrebten Deutschen Meisterschaft genommen - doch richtig glücklich war beim Top-Favoriten niemand.

«Wir können noch nicht einmal im Ansatz zufrieden sein», kommentierte der alte und neue Kapitän Oliver Kahn den mühsamen 2:0 (1:0) zum Bundesliga-Saisonstart beim sich heftig wehrenden Hamburger SV. Den Unterschied an diesem heißen Samstag in der AOL-Arena machten die Torschützen Michael Ballack und Sebastian Deisler aus. «Wir haben Klasse-Einzelspieler, die mit der Kugel auch etwas anfangen können», sagte Trainer Felix Magath, der heilfroh über die siegreiche Trainer-Premiere bei den Bayern ausgerechnet an der Stätte seiner größten Erfolge als Spieler war.

Der HSV hingegen wartet seit 17 Spielen weiter auf einen Sieg gegen die Münchner, nach den schwachen Auftritten im UI-Cup gegen den FC Villareal und dem missglückten Punktspiel-Start ist die Stimmung an der Elbe bereits auf dem Tiefpunkt. «Heute hat nicht die bessere, sondern die glücklichere Mannschaft gewonnen», lamentierte HSV-Trainer Klaus Toppmöller, der seine Elf mit den beiden Neuzugängen Daniel van Buyten und Emile Mpenza nach «einer schrecklichen Woche» in den höchsten Tönen lobte: «Unfassbar, wie wir gegen so eine Truppe gespielt haben. Wir haben vom Kampf her alles angenommen, wir hatten mehr vom Spiel, mehr Freistöße, mehr Eckbälle und mehr Torschüsse.» Allerdings waren aber auch zwei Fehler im System, die die Bayern eiskalt ausnutzten.

Und so sprach Toppmöller schon unmittelbar nach dem Schlusspfiff auch wieder davon, dass der HSV nach dem überraschenden Verkauf von Kapitän Tomas Ujfalusi auf dem Transfermarkt aktiv werden müsse. «Wenn ich in der Defensive hätte wechseln müssen, hätte ich niemanden mehr gehabt», klagte Toppmöller, der allerdings keinen einzelnen Mannschaftsteil für die Niederlage verantwortlich machte: «Wir gewinnen und verlieren gemeinsam.»

Personalsorgen kennen die Bayern nicht. Magath konnte es sich sogar leisten, Roy Makaay nach der Pause auf der Bank zu lassen: «Roy ist erst seit drei Wochen im Training, ich wollte ihn im Hinblick auf die Aufgaben in den kommenden Wochen schonen.» Der Trainer musste in Hamburg eher zwei Luxus-Probleme lösen: Zunächst legte er sich nach der Mittagspause auf seinen neuen Kapitän fest. «Ich habe mich erst in dieser Woche mit dieser Frage beschäftigt», spielte Magath die «K- Frage» herunter: «Es hat sich gezeigt, dass Kahn die Persönlichkeit in der Mannschaft ist. Es gab nie eine andere Lösung.»

Nach dem Spiel versuchte Magath die immer lauter werdenden Rufe nach Sebastian Deisler als Heilsbringer für die Nationalmannschaft zu dämpfen. Stattdessen empfahl er dem neuen Bundestrainer Jürgen Klinsmann, den Mittelfeldspieler nicht für das Testspiel am 18. August in Österreich zu berufen: «Er braucht noch Zeit. Es wäre nicht gut für ihn, ihn zu früh unter Druck zu setzen. Bis 2006 ist noch Zeit, Deisler kann sein Potenzial noch früh genug ausschöpfen.»

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%