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Bayern München nach 18 Monaten wieder oben

Felix Magath interessierte die Momentaufnahme wenig. „Ich will auch Erster werden, aber vor allem nach dem 34. Spieltag“, sagte der Coach des deutschen Rekordmeisters nach dem 3:1 (2:1)-Erfolg gegen einen mit dem letzten Aufgebot chancenlosen 1. FC Kaiserslautern.

dpa MÜNCHEN. Felix Magath interessierte die Momentaufnahme wenig. "Ich will auch Erster werden, aber vor allem nach dem 34. Spieltag", sagte der Coach des deutschen Rekordmeisters nach dem 3:1 (2:1)-Erfolg gegen einen mit dem letzten Aufgebot chancenlosen 1. FC Kaiserslautern.

Am 20. November, 17.18 Uhr, wies die Tabelle die Bayern erstmals seit dem 24. Mai 2003 wieder einmal als Nummer 1 aus. "Doch vor allem die Leistung ist ein Zeichen für die Gegner", hob Magath hervor. Darum ärgerte es ihn auch, dass der Sieg nicht höher ausgefallen war: "Wir hätten ein, zwei Tore mehr machen müssen." Der dritte Bundesligasieg in Serie stimmte ihn aber zuversichtlich, dass sein Team vorzeitig ins Achtelfinale der Champions League einzieht: "Ich gehe davon aus, dass wir gegen Tel Aviv nichts anbrennen lassen."

Wie eine Woche zuvor beim 3:1 in Bochum brachte die Bayern ein Rückstand nicht aus der Balance. "Wir haben jetzt eine Phase, wo es uns gelingt, auch mal ein Spiel umzudrehen", meinte Torsten Frings zum gestiegenen Selbstvertrauen. Das 0:1 durch Thomas Riedl (7.), bei dem Oliver Kahn in seinem 450. Bundesligaspiel eine unglückliche Figur machte, verwandelten Claudio Pizarro (12.), Frings (26.) und der neue Super-Joker Paolo Guerrero (64.) in einen souveränen Sieg.

Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge ist vom Erfolg mit Magath überzeugt: "Wir brauchten einen Neuanfang. Themen wie Fitness, Ordnung und Disziplin sind Tugenden unserer Mannschaft geworden", lobte er den Trainer, der inzwischen auch eine Stammformation gefunden hat, die immer besser harmoniert. "Für diejenigen, die draußen sind, wird es schwieriger", stellte Magath fest.

Den größten Druck auf die Etablierten macht ein 20-Jähriger. "Shooting star" Guerrero, der nach einer Stunde für den von Bill Tchato bei einem üblen Foul am Sprunggelenk verletzten Roy Makaay (Bänderdehnung) in die Partie kam, machte prompt sein viertes Tor im vierten Bundesligaspiel. "Paolo ist ein Straßenfußballer. Er wittert die Situation. Er hat einen Lauf und macht Druck. Pizarro und Makaay müssen sehen, dass da einer Ansprüche stellt", sagte Magath.

Doch noch hält er an der Stürmer-Hierarchie fest. "Ich brauche in einer Mannschaft Strukturen. Im Moment ist Paolo sehr wichtig für uns als Einwechselspieler", betonte Magath. Der junge Peruaner will sich "weiter anstrengen" und nicht mehr zu den Bayern-Amateuren zurück: "Ich will Meister werden." Zurück in die Stammelf will auch Sebastian Deisler, der nach seinem gesundheitlichen Rückschlag ein Kurz- Comeback feierte, sich aber in Geduld üben muss. "Wir spielen sehr gut. Da ist es nicht einfach, ins Team zu kommen", meinte er.

Von Luxussorgen à la Magath kann Kurt Jara nur träumen. "Mit dieser Mannschaft war nicht mehr drin", meinte der FCK-Trainer angesichts der Ausfälle von Mettomo, Amanatidis, Kosowski und Jancker. Ciriaco Sforza war bei seinem Comeback nach 18 Monaten Verletzungspause noch keine Hilfe. "Er hat hinten im Mittelfeld organisiert, aber ihm fehlt die Spielpraxis", stellte Jara nüchtern fest. Allein der überragende Torhüter Tim Wiese verhinderte ein Bayern-Schützenfest, was Jara freute, aber auch nachdenklich stimmte. Wieses Vertrag läuft 2005 aus, "und unser Budget für ihn wird nicht ausreichen, wenn er so hält. Der FCK wird sich nach einem neuen Torwart umsehen müssen". Kurzfristig hat Jara allerdings ganz andere Sorgen und Nöte: "Für uns ist wichtig, jetzt in den zwei Heimspielen gegen Freiburg und Mainz sechs Punkte zu machen."

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