Bayern müssen nach der rasanten Expansion in Osteuropa jetzt konsolidieren – Verluste in Tschechien
Verlagsgruppe Passau glaubt an den Osten

Die Verlagsgruppe Passau (VGP) setzt nach dem stürmischen Wachstum der vergangenen Jahre jetzt in Osteuropa auf Konsolidierung. "Wir machen unsere Hausaufgaben", sagte Roland Rager, Geschäftsführer des mittelständischen Familienkonzerns und für Finanzen zuständig, dem Handelsblatt. Frühestens in zwei bis drei Jahren sei eine weitere Ausweitung des Geschäftes vorstellbar.

PASSAU. Die Verlagsgruppe Passau hatte seit Ende der achtziger Jahre massiv in den osteuropäischen Nachbarstaaten expandiert, wie fast alle deutschen Großverlage. Aus eigener Kraft investierten die Bayern bisher insgesamt rund 250 Mill. Euro. Die Gruppe gehört nach eigenen Angaben heute in Polen, Tschechien und der Slowakei zu den größten drei Verlegern von Tageszeitungen und ist auch einer der größten ausländischen Investoren in diesen Medienmärkten. Das Herzstück der Gruppe ist aber nach wie vor die Passauer Neue Presse, die in Ostbayern mit einer Gesamtauflage von etwa 165 000 Exemplaren täglich erscheint. Daneben ist der Verlag auch im Druck-Geschäft aktiv. Insgesamt wird der Konzern in diesem Jahr mit rund 6 500 Mitarbeitern etwa 450 Mill. Euro umsetzen.

Unter Druck ist derzeit insbesondere das Geschäft in Polen. Hier ist die Verlagsgruppe Passau landesweit mit Regionalzeitungen in fast allen wichtigen Ballungszentren präsent. Doch die Rezession am polnischen Werbemarkt macht auch den Passauern zu schaffen. Der Verlag, der in Polen rund 2 300 Mitarbeiter beschäftigt, ging auf Sparkurs und kürzte die Kosten um etwa 10 %. Nach Angaben von Geschäftsführer Rager liegt die Umsatzrendite in Polen trotzdem noch im einstelligen Bereich. Angepeilt seien Werte über 10 %. "Das ist in spätestens fünf Jahren zu schaffen", meint Rager.

Polen ist derzeit heiß umkämpft. Vor wenigen Wochen ist der Axel Springer Verlag mit der Boulevardzeitung "Fakt" landesweit gestartet. Angepeilt ist mittelfristig eine Auflage von rund 300 000 Exemplaren. Alle VGP-Titel zusammen erreichen eine tägliche Auflage von rund 590 000. "Wir fürchten die finanzielle Schlagkraft von Springer", sagt Rager, auch wenn seine Titel als Regionalzeitungen nicht in unmittelbarer Konkurrenz zu "Fakt" stehen.

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