Bayern
Poker beim CSU-Geheimtreffen

Wer soll Ministerpräsident in Bayern werden? Einer ist schon aus dem Kandidaten-Karussell ausgestiegen. Die verbleibenden CSU-Politiker pokerten in einem geheimen Spitzengespräch weiter.

HB ROTT AM INN. Es sei in Rott am Inn um die Nachfolge von Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein gegangen, berichtete die Nachrichtenagentur dpa und berief sich auf CSU-Kreise. Neben Bundesagrarminister Horst Seehofer, Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann nahm an dem Treffen auch der noch amtierende CSU - Chef Erwin Huber teil. Es fand unmittelbar nach dem Gedenkgottesdienst zum 20. Todestag des langjährigen CSU-Vorsitzenden und bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß statt. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt.

Seehofer ist offiziell nur Ersatzkandidat für den Fall, dass sich seine Konkurrenten nicht einigen können. Offenbar wird der Bundesminister indes jetzt von vielen als klarer Favorit gehandelt. In vier CSU - Bezirksverbänden gibt es für ihn inzwischen eine deutliche Präferenz, darunter in den beiden größten Gliederungen in Oberbayern und der Oberpfalz. Seehofer wird auch in der Niederbayern-CSU und dem Münchner Bezirksverband bevorzugt. Offen für Seehofer sprachen sich bereits der oberbayerische Bezirkschef und Kultusminister Siegfried Schneider sowie die Oberpfälzer Bezirkschefin und Wirtschaftsministerin Emilia Müller aus.

Dahinter steht die Hoffnung, dass die CSU mit einem starken Mann an der Spitze besser fährt als mit einer bei der Landtagswahl gescheiterten Doppelspitze. Sympathien gibt es aber auch - vor allem in Franken - für Innenminister Herrmann. In Unterfranken wird Wissenschaftsminister Goppels Kandidatur favorisiert. Keine Chancen mehr sah Landtagsfraktionschef Georg Schmid und zog daher seine Kandidatur für das Amt des Ministerpräsidenten am Freitag zurück.

Der scheidende Ministerpräsident Günther Beckstein will als einfacher CSU-Abgeordneter im Landtag bleiben. Einen Spitzenposten strebt der 64-Jährige nicht mehr an. "Ich habe mich dafür entschieden, dass ich das Mandat annehmen werde", sagte Beckstein der Deutschen Presse-Agentur dpa in München. "Ich werde aber selbstverständlich keinem Kabinett angehören."

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