Bayern-Torwart musste eine Stunde auf Real-Stars warten
Spanier nehmen Oliver Kahn ins Visier

Oliver Kahn hat in Madrid reichlich Minuspunkte bei den Fans von Real Madrid und den spanischen Medien gesammelt. Das Sportblatt "As" widmete dem deutschen Nationaltorhüter am Mittwoch sogar seine Titelseite, nachdem Kahn seine Teilnahme am Jubiläumsspiel von Real Madrid gegen eine Weltauswahl kurzfristig abgesagt hatte.

HB/dpa MADRID. "Kahn versetzt Madrid", vermeldete das Sportblatt und hegte offene Zweifel an der Erklärung des Keepers, er habe sich beim Flutopfer-Benefizspiel am Montag in Gelsenkirchen leicht verletzt und könne deshalb nicht am Mittwochabend im Tor der Weltauswahl stehen. "Alles deutet darauf hin, dass er wenig Lust hatte zu spielen", urteilte "As". Die Zeitung sah ihre Einschätzung dadurch bestätigt, dass Kahn am Mittwoch zum Golfspielen nach Mallorca flog.

"Kahn, der Böse bei der Gala", umschrieb die Tageszeitung "El Mundo" die Rolle des Zweiten bei der Wahl zum Weltfußballer des Jahres. Sowohl bei der Pressekonferenz mit "Weltfußballer" Ronaldo und dem Drittplatzierten Zinedine Zidane als auch bei der anschließenden Feierstunde im Palacio de Congresos habe Kahn "trocken und distanziert" gewirkt: "Wie man ihn kennt."

Aufgestoßen war den spanischen Medien vor allem Kahns Antwort auf die Frage, ob er nicht gemeinsam mit Ronaldo und Zidane das Trikot von Real Madrid tragen wolle. "Ich spiele bereits beim besten Club der Welt und habe deshalb keine Tendenz, den Verein zu wechseln", hatte Kahn vor etwa 200 Medienvertretern entgegnet. "Das war wenig höflich am Vorabend des Jubiläumsspiel", meinte "As".

Nur die konservative Zeitung "ABC" ging nicht mit Kahn, sondern mit den Real-Stars Zidane und vor allem mit Ronaldo hart ins Gericht. Obwohl er den weitesten Weg gehabt hätte, sei Kahn als Einziger pünktlich zur Pressekonferenz erschienen. Dort habe er fast eine Stunde lang auf die Lokalmatadoren Zidane und Ronaldo warten müssen, weil diese angeblich im Verkehrsstau hängen geblieben waren.

"Kahn war sehr ungehalten über diesen unhöflichen Zug der anderen beiden Kandidaten", berichtet das Blatt. "Niemand von Real hielt es für notwendig, sich zu entschuldigen."

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