Bayern und BVB in Derbys gefordert: High-Noon in Leverkusen

Bayern und BVB in Derbys gefordert
High-Noon in Leverkusen

In Leverkusen herrscht High-Noon-Atmosphäre. Wie im gleichnamigen Hollywood-Western hat sich beim kriselnden Vize-Meister eine eigentümliche Stimmung zwischen Hoffen und Bangen breitgemacht. Ein Sieg im Duell mit Hansa Rostock soll das Böse vertreiben und eine Antwort auf die Frage nach der Zukunft von Trainer Klaus Toppmöller geben.

HB/dpa LEVERKUSEN. Bleibt das erhoffte Erfolgserlebnis nach zuletzt fünf sieglosen Heimspielen aus, könnte sich der jüngste Treueschwur der Vereinsspitze für den umstrittenen Coach als Lippenbekenntnis erweisen und der Champions-League-Finalist erstmals auf einen Abstiegsplatz abrutschen.

Anders als in den vergangenen Tagen spielte das Thema Toppmöller im Vorfeld der Partie jedoch nicht mehr die zentrale Rolle. Stattdessen rückte Manager Reiner Calmund mehr und mehr in das Fadenkreuz der Kritik. Zermürbt von den Turbulenzen der vergangenen Tage blieben alle Beteiligten die Antwort auf die Frage, wie es im Falle einer Niederlage weitergehen soll, allerdings schuldig. Demonstrativ schob Toppmöller die Personaldiskussion zur Seite und die sportlichen Gesichtspunkte in den Vordergrund: "Es ist kein Abstiegsendspiel, aber ein ganz wichtiges Spiel. Die Spieler sollen Verantwortung übernehmen, Selbstvertrauen mitbringen, Flagge zeigen."

Die Partie in der BayArena stellt selbst zwei brisante Lokalderbys in München und Dortmund sowie das Verfolgerduell zwischen dem FC Schalke 04 und dem VfB Stuttgart am 21. Spieltag in den Schatten. Dabei ist die Anspannung bei Spitzenreiter FC Bayern vor dem 197. Münchner Derby trotz des Acht-Punkte-Rückstands der Verfolgern aus Dortmund und Stuttgart ungewohnt groß. "So viele Highlights im Jahr haben wir in dieser Saison nicht mehr", sagte Trainer Ottmar Hitzfeld, dessen Team nach dem frühen Aus in der Champions League nur noch um nationale Titel kämpft. Da der Favorit zuletzt zwei Mal nicht über ein Unentschieden hinauskam, rechnet sich "Löwen"-Trainer Peter Pacult gute Chancen aus: "Bielefeld und Hamburg haben uns gezeigt, dass man gegen die Bayern bestehen kann."

Ungewohnt moderate Töne schlug dessen Dortmunder Kollege Matthias Sammer vor dem Derby gegen den VfL Bochum an. Der missratene Rückrundenstart mit zwei Niederlagen in drei Spielen hat den BVB - Coach offenbar zu einem Sinneswandel bewogen: "Vielleicht will ich ein bisschen viel von der Mannschaft. Wir brauchen einen Schuss Gelassenheit und sollten uns an gute Tugenden erinnern." Ein Sieg käme zur rechten Zeit: Denn die Partie gegen den VfL ist der Auftakt zu einer Terminhatz mit zehn Spielen in 36 Tagen. Brisant ist die Rückkehr von Sunday Oliseh ins Westfalenstadion: Der an Bochum ausgeliehene Mittelfeldspieler steht schließlich bei beiden Clubs auf der Gehaltsliste.

Anders als in Dortmund gibt es in Stuttgart derzeit keinen Grund zur Klage. Damit die "jungen Wilden" beim Verfolgerduell in Schalke nicht die Bodenhaftung verlieren, wollte sich Trainer Felix Magath an der Schwärmerei über den Höhenflug seiner Mannschaft nicht beteiligen: "Drei Siege in drei Rückrunden-Spielen sind ein tolle Bilanz, aber man kann nicht davon ausgehen, dass es nur noch Siege gibt." Die gute Bilanz der Schwaben ist dem Gastgeber mehr Ansporn als Last: Ein Erfolg gegen den Tabellen-Dritten könnte den "Arena- Fluch" vertreiben, der den Schalkern seit dem 5. Oktober schwer zu schaffen macht. Denn nach dem 3:0 über den Hamburger SV gab es keinen Heimsieg mehr.

Größer als in Gelsenkirchen sind die Nöte in Cottbus und Kaiserslautern. Die von der Fachwelt bestaunte Aufholjagd des "Schlusslichts" aus der Lausitz mit sieben Punkten aus drei Spielen soll im Heimspiel gegen Hannover fortgesetzt werden. "Dann wären wir endgültig dran", sagte Energie-Mittelfeldspieler Timo Rost. Ähnliches gilt für Tabellen-Nachbar Kaiserslautern im Falle eines Erfolgs in Bielefeld. Doch die Auswärtsbilanz verheißt wenig Gutes: Seit dem 2. Februar 2002 (1:0 in Köln) sind die Pfälzer in der Fremde sieglos.

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