Bayern verlieren unglücklich in Turin
Geduldig bis zur Pleite

Leere Ränge, schlecht gespielt und doch gewonnen. Für Juventus Turin gab es im dritten Champions-League-Spiel dieser Saison nur drei Punkte zu bejubeln. Für den Gegner Bayern München nicht einmal das. Nach einem Tor von Nedved hieß es am Ende 1:0 für die italienischen Gastgeber. Damit ist der Einzug ins Achtelfinale der europäischen Königsklasse für Juventus Turin so gut wie geschafft. Den Bayern dagegen ist Ajax Amsterdam als Tabellendritter der Gruppe C nach einem klaren Sieg gegen Maccabi Tel Aviv dicht auf den Fersen.

TURIN. Mit dem FC Bayern München und Juventus Turin standen sich zwei ganz große Mannschaften des europäischen Fußballs gegenüber. Beide sind Rekordmeister ihres Landes, und beide spielen auch in dieser Saison in ihrer Liga wieder ganz oben mit, Juventus ist gar Tabellenführer. Auf dem Rasen wimmelte es geradezu von Superstars: Ob Buffon, Nedved, Thuram, Cannavaro, Emerson, Ibrahimovic und Del Piero bei Juventus oder Kahn, Ballack, Lucio, Ze Roberto und Makaay bei Bayern, nach diesen Spielern lecken sich viele Trainer nicht nur in Europa die Finger.

Doch was die Zuschauer zu sehen bekamen, war 75 Minuten lang keine Fußball-Feinkost, sondern derbe Plackerei. Viele Turiner Fans hatten das scheinbar geahnt und waren lieber zu Hause geblieben, als ins Delle-Alpi-Stadion zu kommen: Nur 22 000 Zuschauer füllten die Fußballarena, die rund 70 000 Fans fasst, nicht einmal zur Hälfte.

Positiv gesagt, neutralisierten sich beide Mannschaften schlicht. Oder anders ausgedrückt: Es war ein von der Taktik geprägtes Spiel. Die Fußballer der "alten Dame" Juve waren von Trainer Capello erwartet defensiv eingestellt worden. Und Bayern-Coach Magath hatte vor der Partie gesagt: "Wir können hier gewinnen, aber wir müssen Geduld haben", was ungefähr das Gleiche bedeutet und dazu führte, dass beide Mannschaften nur zögerlich nach vorne spielten. Chancen waren Mangelware. Positiver Aspekt aus deutscher Sicht war jedoch, dass die Bayern zeitweise gleichwertig, wenn nicht besser waren.

Die beste Chance der ganzen ersten Halbzeit hat der Turiner Ibrahimovic bereits in der 8. Minute. Nach schöner Flanke von Blasi kommt der schwedische Topstürmer frei aus fünf Metern zum Kopfball und vergibt kläglich. Symptomatisch für die erste Halbzeit, dass die Chance erst durch einen individuellen Fehler ermöglicht wurde: Lucio sprang an der Flanke vorbei.

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