Bayern wollen Punktepolster ausbauen
Bundesliga-Profis mobilisieren letzte Kräfte

Noch ein Mal alle Kräfte mobilisieren, auf die Zähne beißen und die letzten Punkte einfahren. Mit dem letzten Bundesligawochenende des Jahres endet für viele Fußball-Profis ein stressiges, termingefülltes Jahr.

HB/dpa DÜSSELDORF. "Die zwei, drei Wochen Pause sind für mich sehr wichtig", sagte Bayern Münchens Nationalspieler Michael Ballack, der seit Jahresbeginn wie einige andere Kollegen in rund 70 Spielen gefordert wurde und nun die 41-tägige Winterpause herbeisehnt. Zuvor will der deutsche Rekordmeister, der international nicht mehr dabei ist, seine glänzende Führungsposition in der Liga gegen Pokalsieger Schalke 04 weiter ausbauen.

"Wir wollen unseren Fans ein schönes Weihnachtsgeschenk in Form von drei Punkten machen", sagte Münchens Trainer Ottmar Hitzfeld vor dem zweiten Duell mit den "Königsblauen" innerhalb von elf Tagen. Trotz der acht Punkte Vorsprung an der Tabellenspitze sei die Meisterschaft aber kein Selbstläufer, meinte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge. "Wir sollten nicht den Fehler machen und glauben, wir hätten den Titel schon sicher", so der Clubchef. Auch Hitzfeld warnte, die nach dem Ausscheiden aus zwei Wettbewerben angeschlagenen Schalker zu unterschätzen. "Die Mannschaft hat zwei Gesichter und ist auswärts unberechenbar", so der Bayern-Coach.

Die Westdeutschen können mit einer ähnlich guten Leistung wie in der vergangenen Woche beim 0:0 nach 120 Pokal-Minuten im Olympiastadion für einen einigermaßen versöhnlichen Jahresabschluss sorgen. Doch auch Rudi Assauer sehnt die Pause herbei. "Je eher der Schlussgong in diesem Jahr, umso besser für uns", meinte Schalkes Manager. Trainer Frank Neubarth fordert von seinem Team nach dem 1:4 gegen Wisla Krakau "eine Reaktion". Torjäger Ebbe Sand. "Uns hilft ein Sieg, dann können wir im neuen Jahr wieder angreifen."

Durchaus lösbare Aufgaben haben die ersten Bayern-Verfolger Borussia Dortmund und Werder Bremen. Meister BVB muss sich nach dem 0:1 gegen Milan in der Champions League in der Lausitz bei Energie Cottbus rehabilitieren. "Wir müssen den Schalter umlegen und wollen nicht mit zwei Niederlagen in die Winterpause gehen", sagte Nationalspieler Sebastian Kehl. Verfrühte Ferienstimmung lässt Trainer Matthias Sammer vor dem Saisonausklang nicht aufkommen. "Wer jetzt schon Urlaubsgefühle entwickelt, hat seinen Beruf verfehlt."

Der SV Werder setzt im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach auf die Rückkehr des Franzosen Johan Micoud, der nach einer Mandelentzündung wieder im Team steht. Gegen die ersatzgeschwächten Gäste, bei denen mindestens neun Profis fehlen, gelten die Hanseaten als klarer Favorit. "Wenn wir gegen Gladbach gewinnen, können wir uns am Sonntag unter den Weihnachtsbaum legen und schöne Lieder singen", scherzte Werder-Trainer Thomas Schaaf.

Für den VfL Wolfsburg beginnt mit dem letzten Spiel im alten Jahr eine neue Ära. Der Einzug in die Volkswagen Arena soll den Club in eine erfolgreiche Zukunft führen. Gegner VfB Stuttgart, der ebenso wie Hertha BSC das UEFA-Cup-Achtelfinale erreicht hat, soll dabei als Punktelieferant dienen. "Wir wollen unser erstes Heimspiel im neuen Stadion gewinnen", sagte VfL-Profi Roy Präger.

Ganz im Zeichen des Existenzkampfes stehen die Heimspiele von Hannover 96 im Aufsteiger-Duell mit Arminia Bielefeld und des 1. FC Kaiserslautern. Während die Niedersachsen nach vier Niederlagen in Serie mit einem glatten Sieg die Abstiegsränge verlassen könnten, wollen die Pfälzer am Sonntag gegen Hertha wenigstens den dritten Saisonsieg unter Dach und Fach bringen und das rettende Ufer nicht aus den Augen verlieren. Für Bayer Leverkusen zählt gegen den 1. FC Nürnberg nur ein Sieg. "Die Spieler müssen Charakter zeigen und Verantwortung übernehmen, für sich selbst, aber auch für den ganzen Verein", sagte Trainer Klaus Toppmöller.

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