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Bayernlb-Chef sieht Risiken für Weihnachtsgeschäft bei Karstadt-Quelle

Der Vorstandschef der Bayerischen Landesbank, Werner Schmidt, sieht auf Grund des Imageschadens für den Handelskonzern Karstadt-Quelle Risiken im umsatzstarken Weihnachtsgeschäft. "Die Diskussion um Karstadt-Quelle ist verdammt schädlich", sagte Schmidt am Mittwochabend in Nürnberg.

dpa-afx NÜRNBERG. Der Vorstandschef der Bayerischen Landesbank, Werner Schmidt, sieht auf Grund des Imageschadens für den Handelskonzern Karstadt-Quelle Risiken im umsatzstarken Weihnachtsgeschäft. "Die Diskussion um Karstadt-Quelle ist verdammt schädlich", sagte Schmidt am Mittwochabend in Nürnberg. Es bestehe die Gefahr, dass die Umsätze nicht mehr den Planungen entsprechen könnten. Die Bayerische Landesbank ist einer der Großgläubiger des Konzerns und führt mit der niederländischen ABN Amro Bank das Bankenkonsortium an.

Schmidt äußerte sich zugleich jedoch überzeugt, dass der Handelsriese nicht in Insolvenz gehen werde. "Ich halte es für notwendig, Karstadt-Quelle zu retten", sagte er. Entscheidend sei ein tragfähiges Sanierungskonzept. Noch seien viele Fragen offen, etwa die nach Pensionsrückstellungen oder nach der Bewertung der Lagerbestände.

Karstadt-Quelle hatte am Donnerstag eine Einigung mit den Gläubigerbanken erzielt und dadurch die Liquidität bis zum Jahresende 2004 sichergestellt. Schmidt sagte, sein Ziel sei es, die Banken zusammenzuhalten. "Ich kann nur appellieren, dass sich alle an die Absprachen halten." Auch die Kapitaleigner seien aufgefordert, ihren Pflichten nachzukommen. "Eine Zerschlagung bedeutet immer wesentlich höhere Verluste", sagte der Bankchef.

Kommissions-Entscheidung Kein Nachteil

In der Entscheidung der EU-Kommission im Beihilfeverfahren gegen mehrere Landesbanken sieht Schmidt keinen Nachteil für die Sparkassen-Finanzgruppe. Sparkassen und Landesbanken seien noch enger zusammengerückt und gingen gestärkt aus dem Prozess hervor, sagte er. Die Bayern-LB muss der Entscheidung der EU-Kommission zufolge 325 Mill. Euro ungerechtfertigte Staatsbeihilfen an den Freistaat zurückzahlen. Dies sei kein Problem, sagte Schmidt. "Wir werden keinen Verlust ausweisen."

Letztlich werde die Kapitalbasis verbessert, da der Freistaat das Geld umgehend in Form einer Eigenkapitalspritze an die Bank zurückgebe und die Sparkassen ebenfalls 325 Mill. Euro beisteuerten, um ihren Anteil von 50 Prozent am Bayernlb-Kapital zu behalten.

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