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Bayerns Wunschzettel: Nummer 1 der Champions League

Ein „maßlos“ verärgerter Uli Hoeneß hätte den Spielern des FC Bayern München spontan am liebsten das versprochene Weihnachtsgeld wieder gestrichen, doch spätestens beim Mitternachtsbankett war das bedeutungslose 2:2 gegen Ajax Amsterdam kein Streitthema mehr.

dpa AMSTERDAM. Ein "maßlos" verärgerter Uli Hoeneß hätte den Spielern des FC Bayern München spontan am liebsten das versprochene Weihnachtsgeld wieder gestrichen, doch spätestens beim Mitternachtsbankett war das bedeutungslose 2:2 gegen Ajax Amsterdam kein Streitthema mehr.

Der Blick ging nur noch erwartungsvoll nach vorne auf das Hinrunden-Finale gegen den VfB Stuttgart und die großen Ziele nach der Winterpause. "Das Jahr 2005 wird ein wichtiges für den FC Bayern", sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge und richtete vor dem Genuss von Wolfsbarsch und Hühnerbrust-Filet die Forderung an die Mannschaft, am 31. Mai bei der Eröffnung des neuen Münchner Fußball-Stadions "den einen oder anderen Titel mit unseren Fans feiern zu können. Wir sollten alle Energien darauf verwenden".

Drei Jahre nach dem Triumph von Mailand steht der erneute Gewinn der Champions League ganz oben auf dem Wunschzettel. Und nach dem souveränen Einzug ins Achtelfinale zählen sich die Bayern auch wieder zum Favoritenkreis. "Wir haben das Ziel, in die nächste Runde einzuziehen, locker erreicht. Wenn ich an letztes oder vorletztes Jahr denke, haben wir einen deutlichen Aufwärtstrend", kommentierte Manager Hoeneß. Einen Achtelfinal-K.o. wie in der vergangenen Saison gegen Real Madrid soll es nicht wieder geben, auch wenn als Gegner ein "Kracher" droht. Neben den Mailänder Clubs AC und Inter sowie Arsenal und Chelsea London kommen noch die französischen Vereine Olympique Lyon (mit Giovane Elber) und AS Monaco als Gegner in Frage.

"Es sind alle herzlich willkommen in München. Wir haben den Anspruch, dass wir die Champions League gewinnen wollen - da kann kommen, wer will", verkündete Trainer Felix Magath mit Blick auf die Auslosung am 17. Dezember. Auch Torjäger Roy Makaay ist der Gegner eigentlich egal ("Alles sind gute Mannschaften"), ihn stört eher das Handicap, die erste Partie am 22./23. Februar in München austragen zu müssen: "Wir wären lieber Erster geworden, dann hätten wir das Rückspiel zu Hause."

Kurzfristig richtet sich aber alle Konzentration auf das "Endspiel" um die Herbstmeisterschaft am 11. Dezember im Olympiastadion gegen den Tabellendritten VfB Stuttgart. Dafür hatten sich nach Ansicht von Hoeneß die meisten Bayern-Profis schon gegen Amsterdam geschont, was den Manager in Rage brachte. "Hier hätte man Fußball zelebrieren können. Wenn man 1:0 nach neun Minuten führt, muss man doch Spaß am Fußball haben. Denen musste man fünf Stück einschenken", erregte sich Hoeneß: "Keiner wollte sich verletzen. Aber ich hoffe, dass jetzt alle Herbstmeister werden wollen."

In der ausverkauften Amsterdam-Arena stellten die Münchner nach dem 25. Champions-League-Tor von Makaay (9.) die Arbeit weitgehend ein und gerieten gegen ein schwaches Ajax-Team durch Tomas Galasek (38.) und Nicolae Mitea (64.) verdient in Rückstand. Doch mit seinem Kopfballtreffer rettete Michael Ballack (78.) der Mannschaft wenigstens noch die 250 000 Schweizer Franken (163 000 Euro), die die Uefa für ein Unentschieden als Prämie bezahlt und die die Vereinsführung den Spielern versprochen hatte, um sie in dem bedeutungslosen Spiel zu einer ordentlichen Leistung zu animieren. "Bei der Zahlung bleibt es", knurrte Hoeneß.

Für einen Sieg wäre sogar die doppelte Summe in die Mannschaftskasse geflossen, aber Makaay war auch so mit dem Betriebsausflug in seine Heimat zufrieden. "Im eigenen Land ein Tor zu machen, ist immer schön", sagte der niederländischen Nationalstürmer, der schon beim 4:0-Hinspielsieg gegen Ajax drei Mal getroffen hatte: "Mit dem Unentschieden kann man zufrieden sein. Und Ajax kann damit als Gruppendritter auch im Uefa-Cup weiterspielen."

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