Bayers Interesse an Völler
Calmunds Sympathiewerte sind nicht zu toppen

Der frühere Fußball-Manager Reiner Calmund kann sich eine Rückkehr in die Bundesliga noch nicht vorstellen. "Ich habe verschiedene Angebote, die alle fußballverwandt sind, auch ein besonders attraktives aus der Liga", erklärte der ehemalige Geschäftsführer von Bayer Leverkusen in einem Interview mit dem Kölner "Express" (Dienstag-Ausgabe). "Aber ich kann mir im Moment nicht vorstellen, bei einem anderen Bundesligisten wieder an erster Stelle zu arbeiten."

HB DÜSSELDORF. Deshalb freue er sich "wie ein kleines Kind" als Zuschauer auf der Tribüne den Bundesliga-Start zu erleben. "Ich bin wirklich voll im Fieber - aber jetzt ist das ein positives Fieber, weil ich erstmals nicht in der Verantwortung stehe", sagte Calmund, der 27 Jahre Manager in Leverkusen war. Allerdings werde er in der BayArena am Samstag im Bundesliga-Auftaktspiel von Bayer Leverkusen gegen Hannover 96 nicht mehr in der ersten, sondern in der vierten Reihe der VIP-Tribüne sitzen. "Da gehören die Handlungsträger hin und das bin ich nicht mehr."

Trotz der nach seinem Rücktritt aufgekommenen Spekulationen über etwaige finanzielle Unregelmäßigkeiten während seiner Amtszeit als Bayer-Geschäftsführer gilt er in Leverkusen weiter als gern gesehener Gast. "Calmund ist die Inkarnation von Bayer 04 in der Öffentlichkeit und ist bei uns nach wie vor hochwillkommen", erklärte der jetzige alleinige Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Dienstag- Ausgabe). "Die Sympathiewerte, die er in der Öffentlichkeit hatte, sind nicht zu toppen."

Holzhäuser versteht, anders als in der Ära Calmund, die Führungsarbeit nicht als Ein-Mann-Betrieb. "Der Unterschied besteht darin, dass sich nicht mehr so gut wie alles auf eine Person konzentriert, sondern die Arbeit von einem Team kompetenter Mitarbeiter angepackt wird", sagte der Betriebswirt. "Ich versuche, mich im Hintergrund zu halten." Mit den Ansprüchen an seine Profi-Elf hält er sich aber nicht zurück und gibt Platz sechs bis eins als Ziel aus. "Die Tendenz geht aber deutlich von Platz sechs in die Spitze", präzisiert Holzhäuser.

Nach dem Rücktritt von Rudi Völler als DFB-Teamchef ist eine Rückkehr des Ex-Sportdirektors von Bayer nicht ausgeschlossen. "Es wäre ein Glücksfall, wenn wir ihn wieder an uns binden könnten", sagte Holzhäuser. Die Position des Sportdirektors, die zuletzt Jürgen Kohler innehatte, solle aber nicht mehr besetzt werden. Dennoch wäre eine "noch zu definierende Form" der Mitarbeit Völlers, der seinen Wohnsitz in Leverkusen hat, für Holzhäuser wünschenswert.

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