BDLI-Jahresbericht
Gut gefüllte Auftragsbücher in deutscher Luft- und Raumfahrtbranche

Die Zivilluftfahrt sei der Motor für das dynamische Wachstum der Branche, betonte Humbert; auch im laufenden Jahr werde sie weiter für einen "signifikanten Beschäftigungseffekt" sorgen, teilte der Branchenverband BDLI am Dienstag mit.

dpa-afx BERLIN. Der Boom der zivilen Luftfahrt hat der deutschen Luft- und Raumfahrtbranche im vergangenen Jahr gut gefüllte Auftragsbücher und wachsende Beschäftigtenzahlen beschert. Wie der Branchenverband BDLI am Dienstag bei der Vorlage seines Jahresberichtes erklärte, stiegen die Jahresumsätze um fünf Prozent auf mehr als 27 Mrd. DM (gut 13,8 Mrd. Euro). Das vergangene Jahr sei damit trotz des sinkenden Verteidigungsbudgets insgesamt erfolgreich gewesen, erklärte Verbandschef Gustav Humbert. Die Gesamtzahl der Beschäftigten stieg von 67.400 auf rund 68.600; Humbert rechnete indes mit einem weiteren Stellenabbau in Verteidigungstechnik und Raumfahrt. Der BDLI-Präsident forderte in diesen Bereichen eine stärkere staatliche Förderung von Industrie-Vorhaben wie in Frankreich oder Italien.

Die Zivilluftfahrt sei der Motor für das dynamische Wachstum der Branche, betonte Humbert; auch im laufenden Jahr werde sie weiter für einen "signifikanten Beschäftigungseffekt" sorgen. Allein die Entscheidung für den teilweisen Bau des europäischen Großraumflugzeuges Airbus 380 in Deutschland habe eine Beschäftigungswirkung von insgesamt rund 15.000 Arbeitsplätzen. Der sinkende Verteidigungsetat und das stagnierende Raumfahrtbudget führten aber in diesen Bereichen weiter zu einem Verlust von Arbeitsplätzen und Know-how in Deutschland, warnte der BDLI-Präsident Humbert. Allein im Jahr 2000 seien in Verteidigungstechnik und Raumfahrt mehr als 1.000 Arbeitsplätze abgebaut worden; im laufenden Jahr würden voraussichtlich weitere 550 Stellen gestrichen.

Zur "wirtschaftlich unbefriedigenden Situation in der Raumfahrt-Industrie" trage auch ein politischer Druck zu privatwirtschaftlichem Engagement bei, der "weit über das international übliche Maß hianusgeht und damit die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie gefährdet", beklagte der Verbandspräsident. In Frankreich und Italien sei die Entwicklung "komplett gegensätzlich"; dort gebe es ein höheres Raumfahrtbudget, das für die Entwicklung und Festigung von Raumfahrtstrukturen genutzt werde.

Die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie hatte laut Statistik des Verbandes im Jahr 1990 mit mehr als 95.000 Menschen einen Höhepunkt erreicht; 1997 war die Zahl auf den Tiefststand von gut 61.000 gefallen.

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