Beachtenswertes beim Kauf oder Verkauf von Optionsscheinen und Zertifikaten
Handelswege für Optionsscheine im Vergleich

Wer Zertifikate oder Optionsscheine handeln will, hat grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Er kann diese Wertpapiere außerbörslich direkt beim Emittenten des Papiers oder über den Handel an der Börse kaufen und verkaufen.

Der Markt für Optionsscheine boomte in den vergangenen Jahren. Zertifikate sind noch nicht so verbreitet, werden bei Anlegern aber immer beliebter. Wer Zertifikate - beispielsweise auf Indizes oder Baskets oder auch die riskanteren Turbo-Zertifikate - oder Optionsscheine handeln will, hat grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Er kann diese Wertpapiere außerbörslich direkt beim Emittenten des Papiers oder über den Handel an der Börse kaufen und verkaufen. Dies teilt er seiner Bank bei einem Auftrag mit - ebenso wie Wertpapierkennnummer, Stückzahl und gegebenenfalls ein Kurslimit.

Beim außerbörslichen Handel kann der Anleger nur zu den vom Emittenten gestellten Kursen für An- und Verkauf (meist im Internet auf der Homepage der Emittenten oder auch auf der Homepage der jeweiligen Börsen einzusehen) zum Zuge kommen. Die Banken und Wertpapierhäuser sind dazu verpflichtet, für die von ihnen selbst herausgegebenen Zertifikate und Optionsscheine stets Geld- und Briefkurse zu stellen. Die Differenz zwischen Geld und Brief, der Spread, variiert sehr stark von Papier zu Papier. Eine Faustregel lautet: Je marktgängiger bzw. liquider der dem Papier zu Grunde liegende Basiswert (Underlying), umso enger der Spread; je marktenger der Basiswert, umso weiter der Spread.

So hat beispielsweise ein Optionsschein auf den Dax oder die Deutsche Telekom in der Regel einen engeren Spread als ein Papier auf den Nemax oder Mobilcom. Für den Anleger ist ein enger Spread natürlich günstiger, weil die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs ja seine Rendite schmälert. Für die Emittenten ist der Spread bei sich ähnelnden, also vergleichbaren Papieren ein Wettbewerbsfaktor. Ein weiterer Faktor ist die Handelszeit: Bei vielen Emittenten kann man von 8 bis 22 Uhr, bei einigen von 9 bis 22 Uhr Zertifikate und Optionsscheine handeln.

Bessere Kurse im börslichen Handel

Beim börslichen Handel kann der Anleger möglicherweise einen besseren Kurs erzielen als beim Emittenten, das heißt einen Kurs innerhalb des Emittenten-Spreads. Wenn allerdings - wie dies bei vielen Derivaten der Fall ist - aktuell kein Umsatz in dem betreffenden Wertpapier stattfindet, kann die Order nicht sofort ausgeführt werden. Eine Order über die Börse statt beim Emittenten zu platzieren lohnt sich also insbesondere dann, wenn es mit dem betreffenden Wertpapier genügend Umsätze gibt und der Spread des Emittenten relativ breit ist - dann steigt die Wahrscheinlichkeit, einen besseren Kurs zu bekommen.

An der Börse fungiert ein so genannter Market Maker (in der Regel die Emittentenbank), der für "seine" Papiere während der Handelszeit permanent Geld- und Briefkurse stellt. Ein wichtiger Unterschied zum außerbörslichen Handel ist, dass der Anleger an der Börse ein Kurslimit bei seiner Order setzen kann. Bei Optionsscheinen und bei Turbo-Zertifikaten sollte er dies in jedem Fall tun, sonst läuft er bei den teilweise großen Kursschwankungen Gefahr, einen viel niedrigeren Verkaufspreis oder einen höheren Kaufpreis zu erzielen, als es bei seiner vorherigen Kursabfrage den Anschein hatte. Bei Zertifikaten, die beispielsweise auf einem marktbreiten Index basieren, ist die Gefahr von Kursausreißern weniger groß.

Vor- und Nachteile liegen auf der Hand

Die Vor- und Nachteile des börslichen und des außerbörslichen Handels liegen also auf der Hand: In liquiden Optionsscheinen und Zertifikaten, die also praktisch zu jeder Zeit Umsätze an der Börse generieren, kann der Anleger beim börslichen Handel zu einem besseren Kurs zum Zuge kommen als beim Emittenten. Dies ist allerdings nur bei einem sehr geringen Teil der Optionsscheine und Zertifikate der Fall - von der großen Zahl dieser Papiere haben weniger als ein Prozent eine entsprechende Liquidität. Dies trifft vor allem auf solche zu, die den Dax oder einen der großen Dax-Werte als Basiswert haben.

Ein weiterer Vorteil der Börse ist die Möglichkeit der Limitsetzung, zudem unterliegen die Börsen einer Handelsüberwachung, so dass der Anleger bei Unregelmäßigkeiten bessere Chancen der Beschwerde oder Reklamation hat. Es gibt an der Börse keine Mindeststückzahl, die geordert werden muss (dagegen gibt es bei den Emittenten manchmal Mindestordergrößen). Für die meisten Orders, die im Durchschnitt in einer Größenordnung zwischen 2 000 und 4 000 Euro liegen, spielt das aber keine Rolle.

Die Vorteile des außerbörslichen Handels sind eine schnelle Ausführung des Auftrags unabhängig von der Liquidität des jeweiligen Wertpapiers und die längeren Handelszeiten gegenüber der Börse; vor allem kann abends noch auf aktuelle Entwicklungen an der Wall Street reagiert werden.

Die Kosten sind ein weiteres Kriterium. In beiden Varianten zahlt der Anleger die üblichen Ordergebühren an die von ihm beauftragte (Haus-)Bank, wobei er wie bei anderen Wertpapieren auch eventuell Geld sparen kann, indem er seine Order übers Internet platziert - soweit dies seine Bank anbietet - oder bei einem Direktbroker Kunde ist. Beim Handel über die Börse fällt dann noch die Maklergebühr an (üblicherweise 0,08 Prozent des Auftragswerts), die man sich beim Kauf oder Verkauf direkt beim Emittenten spart.

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