Beachtliche Einschaltquote
Kohl bei Kerner: Bewegende Worte für Hannelore

Sichtlich bewegt hat Altkanzler Helmut Kohl in der "Johannes B. Kerner Show" (ZDF) über seine gestorbene Ehefrau Hannelore und ihre Krankheit gesprochen. Er skizzierte - zuweilen mit einem Lächeln - Episoden ihres gemeinsamen, 41 Jahre währenden Ehelebens.

dpa HAMBURG. "Es fällt mir sehr schwer, darüber zu sprechen", sagte Kohl im Gespräch mit Kerner am Dienstagabend. Hannelore Kohl, erkrankt an einer Lichtallergie, hatte sich im Juli 2001 das Leben genommen. Kerner bescherte die Ausgabe mit Kohl bei 3,44 Mill. Zuschauern (Marktanteil: 21 %) einen gute Resonanz.

Im warmen Licht des Hamburger Fernsehstudios machte der Altkanzler, der mit Kerner seinen politischen Werdegang nachzeichnete, deutlich, wem der Löwenanteil an seiner Karriere gebührt: "Mein ganzes Leben und meine Karriere wären ohne meine Frau nicht möglich gewesen", sagte Kohl über seine "Tanzstundendame", die er 1960 heiratete.

Als er auf ihre Krankheit zu sprechen kommt, ringt Kohl für kurze Momente um Fassung. Es sei seiner Frau im vergangenen Jahr immer schlechter gegangen, der Weg in die Intensivstation vorgezeichnet gewesen. "Ich bin unfähig, ihren Entschluss zu kritisieren." Deutliche Kritik äußerte er aber an "zum Teil beschämender Berichterstattung". Der Deutsche Presserat hatte das Hamburger Magazin "Stern" für seinen Bericht über den Tod von Hannelore Kohl gerügt.

Die Erinnerung an seine Frau war dem Bundestagsabgeordneten, der in diesem Jahr nach über 45 Jahren Parlamentszugehörigkeit ausscheidet, nach seinen Worten auch in der Neujahrsnacht präsent. Im familiären Kreis stieß der Ex-Kanzler auf den Euro an. Seine gelungene Einführung macht Kohl sichtlich stolz. Die heutigen Kinder könnten später in Helsinki, Paris, Rom mit einer Währung bezahlen - "totale Identifikation" heißt das bei Kohl, der den Euro zu Kanzlerzeiten mit auf den Weg brachte.

Im Bundestags-Wahlkampf, in dem die Union Edmund Stoiber (CSU) als Herausforder von Gerhard Schröder (SPD) ins Rennen schickt, will Kohl mit seinem Rat zur Seite stehen. "Ich glaube nicht, dass man das mit 1980 vergleichen kann." Damals war CSU-Kanzlerkandidat Franz Josef Strauß am SPD-Kandidaten gescheitert. Die Reputation von Helmut Schmidt sei turmhoch über der von Gerhard Schröder gewesen, setzte Kohl nach.

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