Beachvolleyball Olympia
"Georgia" greifen nach Bronze

Zwei eingebürgerte Brasilianer treten im Beachvolleyball für Georgien an und haben nun sogar die Chance, die Bronzemedaille für ein kriegsgebeuteltes Land zu gewinnen.

Sie heißen zusammen "Georgia" und schon ihr Name ist Werbung für ein geschundenes Land. Jetzt greifen die gebürtigen Brasilianer Renato Gomes (Geor) und Jorge Terceiro (Gia) sogar nach Bronze im Beachvolleyball - und ganz Georgien ist stolz auf eines der perfektesten PR-Produkte der Spiele.

"Wir bekommen viel Rückhalt aus Georgien. Ich hoffe, wir können den Menschen dort etwas Hoffnung geben", sagt der dunkelhäutige Herr Gia und streicht durch seinen wuschligen Vollbart: "Wenn wir eine Medaille gewinnen, dann ist sie natürlich für Georgien. Und dann werden wir öfter dorthin fahren, um mit den Menschen zu feiern."

Wohnsitz ist Brasilien

Auch wenn in ihrem Steckbrief die georgische Hauptstadt Tiflis als Wohnort angegeben ist, so lebt das Duo in Brasilien, wie Gia offen zugibt. In Georgien waren sie nur kurz, zum Beispiel vor drei Jahren. Damals nahmen sie eine Einladung des Staatspräsidenten an, für Georgien zu starten.

Das machten damals auch zwei Beachvolleyballerinnen aus Brasilien. Sie firmierten unter dem Namen Saka/Rtvelo bei Olympia, was "Georgien" in georgischer Sprache heißt. Die Herren Gomes und Terceiro bekamen die Namen Georgia verpasst, die englische Variante von Georgien.

"Wir haben mit einer großen PR-Firma zusammengearbeitet. Wir hatten Mill. Namensvorschläge, aber Georgia ist die beste Werbung für unser Land", erzählt Teamchef Lewan Achwledai.

Doppelte Staatsbürgerschaft erfüllt olympischen Traum

So haben sie jetzt zwei Staatsbürgerschaften, geben in Peking den brasilianischen Journalisten fließend Interviews und stehen eher ratlos vor der mit einer georgischen Fahne geschmückten Kamera des dortigen Fernsehens. Sie sind Georgien vor allem dankbar, dass sie sich mit neuer Staatsbürgerschaft ihren olympischen Traum erfüllen konnten - in ihrer Heimat hätten sie dazu keine Chance gehabt.

"Ich wollte eigentlich zurücktreten, dann kam die Einladung aus Georgien", sagt Geor, der schon ein paar graue Haare hat. Gia wollte nach zwei Verletzungen ebenfalls seine Karriere beenden und in die Firma der Familie einsteigen, als der Ruf aus der ehemaligen Teilrepublik der Sowjetunion kam.

Bedenken, politisch missbraucht zu werden, hatten sie nie, und auch jetzt wollen sie nicht viel über Politik oder den Krieg mit Russland sagen: "Wir hatten große Angst, dass wir Olympia wegen des Krieges beenden müssen. Aber unser Weg, die Familien dort zu unterstützen, ist, hier möglichst gut zu spielen.'

© SID

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