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Beate Uhse auf Wachstumskurs

Der Erotikkonzern Beate Uhse ist mit Ergebnis- und Umsatzzuwächsen in das Jahr 2001 gestartet und hält an seinen Prognosen fest, auch im Gesamtjahr zulegen zu wollen.

Beate Uhse will nach weiteren Expansionsschritten in Europa auch in den USA Fuß fassen. Vorstandschef Otto Christian Lindemann kündigte am Donnerstag in Hamburg an, der Flensburger Erotikversender wolle zunächst in Frankreich und Spanien expanieren. In einem weiteren Schritt sei der Aufbau in den USA geplant. Bisher ist Beate Uhse mit Erotikshops und im Versandhandel vor allem in Deutschland und den Benelux-Ländern präsent. Nach Gewinn- und Umsatzzuwächsen im ersten Quartal 2001 erwartet der Konzern weitere Anstiege für das Gesamtjahr. Als Dividende für 2000 will Beate Uhse 0,26 ? Mark pro Aktie zahlen, 0,08 DM mehr als 1999.

Lindemann sagte, nach anfänglichen Schwierigkeiten seien Tests in den USA gut verlaufen. Einen Zeitpunkt für den Einstieg in den größten Erotikmarkt der Welt nannte der Beate-Uhse-Chef allerdings nicht. In den ersten drei Monaten 2001 steigerte der Konzern den Umsatz um 72 % auf 112,1 Mill. DM und erhöhte das Betriebsergebnis den Angaben zufolge um 56 % auf 10,2 Mill. DM. Der Jahresüberschuss sei zugleich auf 5,5 von 3,0 Mill. DM gewachsen. Damit sieht sich das Erotikunternehmen in seiner Prognose bestärkt, wonach der Umsatz im Gesamtjahr auf 424 Mill. steigen und sich das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) auf gut 40 von 27,3 Mill. erhöhen soll.

Ein Großteil des Umsatzwachstum des vergangenen Jahres entfiel den Angaben zufolge auf die erstmalige Einbeziehung der im Ausland übernommen Unternehmen in den Konzern. Die dabei angefallenen Abschreibungen auf die Firmenwerte in Höhe von 12,2 Mill. DM wurden in der nach deutschen HGB-Regeln erstellten Bilanz gegen Kapitalrücklagen verrechnet und schmälerten daher Ergebnis nicht. Im laufenden Geschäftsjahr soll die gleiche Methode für Abschreibungen von dann 17 Mill. DM angewandt werden, bevor Beate Uhse in 2002 nach internationalen US-GAAP Regeln bilanzieren will. Dann werde das Ergebnis wegen der Abschreibungen niedriger sein, sagte Lindemann.

Ein Gutachten soll Auskunft darüber geben, welche Einsparungen durch die Konzentration des Versands an einem Standort erreicht werden könnten, sagte Lindemann weiter. Bisher werden die deutschen Erotikländen aus Flensburg, und die holländischen Geschäfte aus Walsoorden in den Niederlanden versorgt. Von der Konzentration erwartet Lindemann Einsparungen in Höhe von mehreren Mill. DM. Falls die Entscheidung für Walsoorden fallen sollte, würden in der Flensburger Zentrale 20 bis 30 von derzeit 180 Arbeitsplätze wegfallen. Streiks der Belegschaft dagegen erwarte er nicht, sagte Lindemann. Im vergangenen Jahr hatten Beschäftigte in Flensburg aus Protest gegen Umstrukturierungspläne und für höhere Einkommen vorübergehend die Arbeit niedergelegt.

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