Beckenbauer als Präsident wiedergewählt
Vierte Kaiserzeit bei Bayern München

Franz Beckenbauer bleibt Präsident von Bayen München. Mit überwältigender Mehrheit wurde der 58jährige auf der Hauptversammlung des FC Bayern München für weitere drei Jahre in seine vierte Amtszeit gewählt. 1265 der 1302 anwesenden Mitglieder stimmten bei der Versammlung am Freitagabend im Münchner Messezentrum für den früheren Fußball-Profi und DFB-Teamchef, der seit 1994 an der Spitze des Clubs steht.

HB MÜNCHEN. Beckenbauer ist damit nach Wilhelm Neudecker (1962-1979) der "dienstälteste" Präsident des FC Bayern. Mit ihm gehen auch seine Vize-Präsidenten Fritz Scherer und Bernd Rauch in die nächste Amtszeit.

"Natürlich habe ich ein bisschen kokettiert", sagte Beckenbauer, der aus Zeitmangel lange mit der Bereitschaft zur Kandidatur gezögert hatte. Aber man solle Bewährtes nicht trennen. "Man musste mich nicht groß Überreden", so der Präsident: "Wenn Sie mich wieder haben wollen, setze ich mich auch die nächsten drei Jahre dafür ein, das fortzuführen, was wir erreicht haben. Und das war eine ganze Menge."

Die Finanz-Zahlen der FC Bayern AG sind im zweiten Jahr nach der Umstrukturierung und der Gründung der Aktiengesellschaft allerdings deutlich bescheidener als im Vorjahr. Der Gewinn im Geschäftsjahr 2002/2003 betrug 0,4 Millionen Euro und ist damit der geringste seit neun Jahren. In Vorjahr hatte der Gewinn noch 9,8 Millionen Euro betragen. Auch der Umsatz ist nach Jahren der Rekorde rückläufig. Vorstandsmitglied Karl Hopfner gab einen Umsatz von 162,7 Millionen Euro und damit ein Minus im Vergleich zum Vorjahr (176) von 13,3 Millionen Euro bekannt. "Wir hatten finanziell kein einfaches Jahr", resümierte der AG-Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge.

Erfolge im Sponsoring

Als Gründe für die Rückgänge wurden unter anderem das frühe Ausscheiden aus der Champions League vor einem Jahr, sinkende TV- Einnahmen sowie die Auflösung des Kirch-Vertrags, der im Frühjahr für Auseinandersetzungen mit der Deutschen Fußball-Liga (DFL) gesorgt hatte, genannt. Dennoch zog der AG-Chef eine positive Bilanz. "Ich bin sehr stolz, dass die finanzielle Situation des Clubs sehr gut ist", so Rummenigge: "In ganz Europa sieht man Clubs finanziell am Ende." Gestiegen ist hingegen erneut die Mitgliederzahl des FC Bayern auf 96 440.

Zuvor hatte Rummenigge auf die Erfolge im Sponsoring hingewiesen. Mit Einnahmen von 51,8 Millionen Euro sei der FC Bayern in diesem Bereich Marktführer in Europa. Die Ausgaben für die Profi-Gehälter sind hingegen laut Rummenigge erstmals seit 1995 um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Großen Beifall erhielt Rummenigge bei der Ankündigung, er habe dem an der Bandscheibe operierten Mehmet Scholl telefonisch spontan ein neues Vertragsangebot gemacht.

Beckenbauer, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der AG ist, hatte diesmal lange gezögert, ehe er erneut seine Zusage zur Kandidatur für das höchste Ehrenamt beim FC Bayern gab. Wegen seiner Verpflichtungen als Präsident des Organisationskomitees für die Weltmeisterschaft 2006 hat der Werbe- und Medienstar kaum noch Zeit für das Amt bei dem Verein, für den er von 1965 bis 1977 selbst 396 Bundesliga-Spiele bestritten hatte. Im Nachhinein räumte er Unstimmigkeiten innerhalb des Führungstrios im Vorjahr ein: "Dann haben wir uns zusammengesetzt, und heute haben wir wieder ein wunderbares Verhältnis."

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