Beckenbauer: Ballack muss gegen Island spielen
Völler und Co. kämpfen gegen Regen

Dauerregen, ein verspätetes Flugzeug aus München mit Kapitän Oliver Kahn und Michael Ballack sowie im Stau festsitzende Nationalspieler haben das Training für das EM-Qualifikationsfinale der deutschen Nationalmannschaft gegen Island im Vorfeld beeinträchtigt. Rudi Völler musste die erste Trainingseinheit auf den späten Nachmittag verschieben.

HB REINBEK. Bei strömendem Regen bezogen Rudi Völler und sein Personal am Dienstag im weitläufig abgeriegelten "Waldhaus Reinbek" vor den Toren Hamburgs ihr Trainingsquartier. Weil das Flugzeug mit Kapitän Oliver Kahn und Leitfigur Michael Ballack nicht planmäßig aus München in der Hansestadt ankam und mehrere andere Spieler wegen Staus auf den Autobahnen nicht pünktlich eintrafen, verschob Völler die erste Trainingseinheit auf den späten Nachmittag. Der angeschlagene Ballack verzichtete auf die Teilnahme und ließ sich stattdessen im Quartier pflegen.

Abgeschottetes Training

Auch auf dem Sportplatz Marienburg in Wentorf legt der Vize- Weltmeister großen Wert darauf, unter sich zu sein. Mit eigens aufgezogenen Planen und einem Dutzend Ordner schützten sich Völler & Co. beim nicht öffentlichen Training vor neugierigen Blicken. Völler dokumentierte damit seine Zielsetzung für das letzte und entscheidende Gruppenspiel am Samstag (17.00 Uhr/ZDF) in der ausverkauften AOL-Arena: Keine Ablenkung von außen, die ganze Konzentration soll nur noch dem Spiel gelten.

Sein Hauptanliegen ist dabei, den Spielern klar zu machen, dass der letzte Schritt "kein Selbstläufer" ist. Er will bis zur Stunde der Wahrheit am Samstag versuchen, eine ähnliche Spannung wie beim 2:1-Befreiungsschlag gegen Schottland aufzubauen. "Wir haben gegen die Schotten gezeigt, dass wir das können", gab sich der Teamchef zuversichtlich. Obwohl auch ein Unentschieden zum Gruppensieg reichen würde, gab der Berliner Arne Friedrich als Zielsetzung aus: "Drei Punkte sind Pflicht."

Volle Rückendeckung für Völler

Völler durfte sich unterdessen nach dem Wirbel um den Einsatz von Ballack über versöhnliche Töne aus der Chef-Etage des FC Bayern München freuen. Mit einer Garantieerklärung für "meinen Freund Rudi Völler" beendete Karl-Heinz Rummenigge den Konflikt um die Abstellung von Nationalspielern. "Wenn er einen Spieler vom FC Bayern anfordert, kriegt er den, ohne Wenn und Aber. Er kriegt jegliche Unterstützung", erklärte der Vorstandsvorsitzende des deutschen Rekordmeisters am Montagabend im Bayerischen Fernsehen.

Kahn und Ballack dürfen "niemals ausfallen"

Auch vom ehemaligen DFB-Teamchef und Bayern-Präsidenten Franz Beckenbauer gab es volle Rückendeckung für Völler, der am Samstag nicht auf Ballack verzichten will, obwohl der an einer schmerzhaften Fußverletzung laboriert. "Ballack muss für Deutschland spielen. Zwei Mann sind für die Nationalelf lebensnotwendig: Kahn und Ballack. Die dürfen niemals ausfallen", sagte Beckenbauer der "Bild"-Zeitung (Dienstag-Ausgabe). "Das wichtigste Spiel des Jahres war zwar unser 2:1 gegen Schottland - aber Island wird das entscheidende", erläuterte Beckenbauer den Stellenwert der Begegnung.

DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder fordert, dass Völlers Mannschaft nahtlos an die gegen Schottland gezeigten Leistungen anknüpft. "Ich bin fest davon überzeugt, dass sich die DFB-Auswahl wie bereits in Dortmund von ihrer besten Seite zeigen wird", erklärte der Verbandschef und erwartet einen "ungefährdeten Erfolg" im letzten Gruppenspiel: "Fünf Siege und drei Unentschieden würden dann unter dem Strich stehen - eine Bilanz, die sich durchaus sehen lassen kann, obwohl sicher nicht immer alles nach Wunsch lief."

Rummenigge, der bei dem "Endspiel" (Völler) um das EM-Ticket als Mitglied der "Arbeitsgruppe Nationalmannschaft" der Bundesliga zur offiziellen DFB-Delegation gehört, ist nach dem Disput um Ballack um Schadensbegrenzung bemüht. Der ehemalige Nationalmannschafts-Kapitän betonte, dass der FC Bayern "bisher keinen Spieler zurückgehalten hat", den Völler in der Vergangenheit angefordert hatte. "Ich wollte mit der Diskussion (um Ballack) nur das Thema anstoßen, dass wir dadurch Probleme haben", erläuterte der Bayern-Chef.

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