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Beckenbauer bestätigt Verhandlungen mit Deco

Gelsenkirchen (dpa) - In der Stunde des größten Triumphes schob er den Gedanken an Abschied von sich, doch das intensive Werben des FC Bayern München konnte Portos Mittelfeldstar Deco nicht leugnen.

Gelsenkirchen (dpa) - In der Stunde des größten Triumphes schob er den Gedanken an Abschied von sich, doch das intensive Werben des FC Bayern München konnte Portos Mittelfeldstar Deco nicht leugnen.

«Ob ich bald Deutsch lernen muss, weiß ich noch nicht. Das steht für mich jetzt nicht zur Debatte. Aber mit Bayern ist nichts klar», sagte der 26 Jahre alte Regisseur des FC Porto. Für ihn habe die in zwei Wochen beginnende Europameisterschaft im eigenen Land Priorität. Zudem wollte Deco nach dem 3:0 im Champions-League-Finale gegen AS Monaco in der Arena «AufSchalke» erst einmal ungestört das «großartige Gefühl» des Titelgewinns auskosten: «Es ist ein Traum. Davon kann ich eines Tages meinen Enkeln erzählen. Es wird mir schwer fallen, den Verein zu verlassen.»

Das große Interesse der Münchner an dem Brasilianer mit portugiesischem Pass ist kein Geheimnis. Doch erstmals bestätigte Bayern-Präsident Franz Beckenbauer, dass Manager Uli Hoeneß und der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge bereits Gespräche aufgenommen haben. «Wir sind in Verhandlungen», verriet Beckenbauer dem TV-Sender «Premiere». Im Gegensatz zur technischen Kommission der UEFA, die Deco zum besten Spieler des Finales kürte, zeigte sich der «Kaiser» von der Vorstellung der Nummer 10 an diesem Abend wenig begeistert. «Ich erspare mir heute eine Bewertung. Über weite Strecken hat man ihn nicht gesehen.»

An der Klasse des Spielmachers bestehen dennoch keine Zweifel. Immerhin war der dribbel- und schussstarke Wirbelwind an zwei Schlüsselszenen beteiligt. Das 1:0 durch Carlos Alberto (39.) bereitete er vor, für das 2:0 (71.) sorgte er selbst. «Danach war das Spiel entschieden», sagte Deco, der möglicherweise auch «im Paket» mit seinem Trainer José Mourinho zum FC Chelsea wechselt.

Laut Beckenbauer und Rummenigge könnte ein Transfer auch an der Finanzierung des umworbenden Nationalspielers scheitern. «Wir müssen unser Geld bündeln», gestand Rummenigge, zumal für den am Donnerstag perfekt gemeldeten Wechsel von Lucio zwölf Millionen Euro nach Leverkusen überwiesen werden müssen. Und Beckenbauer fürchtet, dass der «ohnehin schon sehr teure» Deco für den Rekordmeister unbezahlbar wird, wenn dieser eine überragende EM spielt.

So drängt die Zeit, denn rund zehn Millionen Euro soll Deco schon jetzt kosten. Offenbar hängt eine Verpflichtung auch davon ab, ob der vom FC Barcelona umworbene Michael Ballack die Bayern vorzeitig verlässt - aus finanzieller wie sportlicher Hinsicht. Denn eine Mittelfeld-Achse Ballack/Deco ist für Beckenbauer nur schwer vorstellbar: «Diese Kombination wäre nicht unbedingt ideal.»

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