Beckenbauer dankt Gastgebern
Welcome Germany 2006 - Der Countdown läuft

Zum Abschluss der WM hieß deutsche Prominenz aus Sport und Politik die Fußball-Welt zum Turnier in vier Jahren in Deutschland willkommen.

dpa YOKOHAMA. Sayonara Yokohama, auf ein Wiedersehen in Deutschland. Mit dem Ende der Fußball-Weltmeisterschaft in Südkorea und Japan hat der Countdown für die kommende Endrunde begonnen. 1 439 Tage vor dem Turnierbeginn am 9. Juni 2006 lud Franz Beckenbauer im Anschluss an das Finale zwischen Brasilien und Deutschland im "Yokohama International Stadium" die Welt per Videoclip in sein Heimatland ein. Zum Abschied verneigte sich der Chef des deutschen WM-Organisationskomitees nochmals vor den Gastgebern: "Ich war begeistert von der Organisation und der Infrastruktur. Wir schauen, was man mitnehmen kann und was wir besser hier lassen."

Nach Beckenbauers Dank auf koreanisch und japanisch sprach Bundeskanzler Gerhard Schröder in dem 45-Sekunden-Spot das offizielle "Welcome Germany 2006". Prominente Deutsche wie Claudia Schiffer, Boris Becker, Michael Schumacher und Karl Lagerfeld brachten ihre Vorfreude auf die Titelkämpfe zum Ausdruck.

Auf der Suche nach Anregungen wurde die vom "Kaiser" angeführte Delegation in vielen Bereichen fündig. Während Beckenbauer vor allem von der Gastfreundschaft der Asiaten und den Stadien schwärmte, fand Otto Schily lobende Worte für die Arbeit der Sicherheitskräfte. "Das ist in brillanter Weise gelöst worden", sagte der Bundesinnenminister voller Hoffnung auf einen ähnlich friedlichen Turnierverlauf ohne Ausschreitungen und Terroranschläge in Deutschland.

Weil bei der Endrunde im "Herzen von Europa" mit ungleich mehr Hooligans als in Asien zu rechnen ist, macht sich Schily schon jetzt Gedanken über Präventivmaßnahmen. So will er auf einem internationalen Symposium am 16. und 17. Oktober in Berlin Erfahrungen mit Vertretern aus denjenigen Ländern austauschen, die in den vergangenen Jahren sportliche Großveranstaltungen organisiert haben.

Bei aller Freude über die in vielen Bereichen vorbildliche Organisation, gab es aber auch Anlass zur Kritik. "Wir haben viel Positives gesehen. Die WM war exzellent, aber nicht perfekt", sagte Beckenbauer mit Verweis auf das Ticket-Chaos. Frustrierte Fans, die trotz vieler leerer Plätze vergeblich Einlass in die WM-Stadien begehrten, soll es laut OK-Vorstandsmitglied Fedor Radmann in Deutschland nicht geben: "Die Kartenverteilung wird sich gewaltig ändern. Das können wir garantieren." Vermutlich erfolgt der erst im Jahr 2004 beginnende Vorverkauf anders als bei dieser WM nicht über eine zwischengeschaltete Agentur (Byrom).

Zur Freude vieler Fans soll nicht nur der Ticketverkauf verbessert, sondern auch der Eintrittspreis gesenkt werden. "Wir werden Kategorien anbieten, die sich jeder leisten kann", versprach Radmann. Geht es nach dem Willen von Innenminister Schily, kommt auch der TV-Zuschauer mehr auf seine Kosten: "Ich würde es begrüßen, wenn die WM in Deutschland komplett im Free-TV zu sehen sein wird." Dafür will sich Beckenbauer ungeachtet seiner Nebentätigkeit als Kommentator beim Pay-TV-Sender Premiere ebenfalls stark machen: "Das Free-TV ist ein Muss, man muss sich ja nur die Einschaltquoten anschauen. Aber das ist eine Frage des Preises."

Das Rad der Geschichte wollen die Organisatoren auch in anderer Hinsicht zurückdrehen. Erstmals nach 36 Jahren soll das Eröffnungsspiel bei den 18. Titelkämpfen vom Gastgeber bestritten werden. Diese Ehre war seit der ersten WM auf deutschem Boden im Jahr 1974 stets dem Titelverteidiger vorbehalten. Da der Weltmeister nach einer Regeländerung der FIFA künftig nicht mehr automatisch für die nächste Endrunde qualifiziert ist, sehen Beckenbauer gute Chancen, dass der Wunsch in Erfüllung geht.

An der WM herrscht schon jetzt ein riesiges Interesse. "Wir gehen von einer Auslastung der Stadien von 98 bis 100 % aus", sagte OK-Vizepräsident Wolfgang Niersbach. Damit würden etwa 3,2 Mill. Fans, davon rund eine Million aus dem Ausland, das Turnier live erleben.

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