Beckenbauer: Reden nützt nichts
Deisler vor Comeback

Ausgerechnet an seiner alten Wirkungsstätte in Berlin soll Sebastian Deisler sein Comeback für den FC Bayern München feiern. "Er hat den Test gut verkraftet. Er ist dabei", sagte Trainer Ottmar Hitzfeld am Donnerstag. Der 22-Jährige kehrt zum Bundesliga- Spiel bei Hertha BSC am Samstag (15.30 Uhr) erstmals seit acht Wochen wieder in den Kader des neuen deutschen Fußball-Meisters zurück.

HB/dpa MÜNCHEN. Der erste Einsatz des Mittelfeldspielers von Beginn an für den FC Bayern ist allerdings unwahrscheinlich. Deisler war im Sommer 2002 für neun Mill. ? aus Berlin zum Rekordmeister gewechselt, nach seiner Knieoperation und anschließend immer wieder auftretenden Muskelproblemen aber bislang nur zu sieben Kurzeinsätzen gekommen.

Auch zwei Tage nach seinem Mitwirken in einem Testspiel am Dienstag konnte Deisler problemlos trainieren. Torwart Oliver Kahn musste die Übungseinheit hingegen ausfallen lassen. Der 33-Jährige leidet an einer Magen-Darm-Grippe. "Wenn es schlimmer wird, ist sein Einsatz fraglich", sagte Hitzfeld. Definitiv fehlen wird dem FC Bayern Ze Roberto. Der Brasilianer laboriert an einer Oberschenkel- Verhärtung. Nach wie vor müssen die Münchner im Mittelfeld auch ohne Mehmet Scholl (Muskelprobleme) und Owen Hargreaves (Leistenverletzung) auskommen. "Das ist eine Chance für unsere jungen Spieler Bastian Schweinsteiger und Markus Feulner", sagte Hitzfeld.

Während die Mannschaft mit Blick auf das Pokalfinale am 31. Mai gegen den 1. FC Kaiserslautern auch gegen Hertha BSC versucht, die Spannung aufrecht zu halten, wird in der Führungsspitze des FC Bayern nach Ansicht von Präsident Franz Beckenbauer niemals dauerhaft Ruhe einkehren. "Bei uns wird bei allem aus einer Mücke ein Elefant gemacht. Dazu tragen wir selber immer gehörig bei. Und das wird sich in hundert Jahren nicht ändern", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende in einem Interview der Münchner Tageszeitung "tz" (Donnerstag- Ausgabe). Aussprachen hält er deshalb für sinnlos. "Das Reden nützt doch nichts, wenn hinterher wieder das Gleiche passiert."

Ende April war es zwischen Beckenbauer, Manager Uli Hoeneß und dem Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge zu öffentlichen Meinungsverschiedenheiten gekommen, weshalb Hoeneß eine Aussprache angeregt hatte. Beckenbauer hatte sich im Gegensatz zu Rummenigge gegen einen Konfrontationskurs mit der Deutschen Fußball-Liga (DFL) ausgesprochen. Hoeneß hatte Beckenbauer die Kompetenz abgesprochen, sich in Belange der Aktiengesellschaft einzumischen.

Beckenbauer, der zuletzt Gedanken an einen Rückzug von seinen Ämtern beim deutschen Fußball-Rekordmeister offenbart hatte, schloss aus, dass er je einen Vorstandsposten annehmen wird. "Um Gottes Willen! Das wäre ein Fulltime-Job. Dazu habe ich gar keine Zeit."

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