Beckham-Boom bricht alle Rekorde
Real Madrids Expansion in Asien schreitet voran

In 19 Ländern Asiens und Ozeaniens sollen bis 2006 nicht nur Real-Fanklubs und -Geschäfte, sondern auch Real-Restaurants und -Coffee-Shops entstehen.

MADRID. Begeisterte Fans sind die Spieler des Fußballklubs Real Madrid gewohnt. Kreischende Menschenmassen lassen indes eher das Auftauchen eines Popstars als an einen Kicker erinnern. Doch seit der britische Nationalspieler David Beckham nun endgültig mit von der Partie ist - vergangene Woche ergab die amtsärztliche Musterung, dass er angeblich kein Gramm Fett am Körper habe - gehört wohl auch das Kreischen dazu.

Der Beckham-Boom bricht alle Rekorde. In vier Stunden waren die ersten 8 000 Trikots mit der Nummer 23 von Neuzugang Beckham im Fanshop in Madrid vergriffen. Weiter so, mag sich Real-Präsident Florentino Pérez denken und sich die Hände reiben. Schließlich war der britische Nationalspieler dem Klub 35 Millionen Euro Ablösesumme wert. Nun soll das Geld doppelt und dreifach wieder hereinkommen.

Im August, wenn fast ganz Spanien Urlaub macht, müssen die Fußballer an die Arbeit: in vier, jeweils mit zwei Millionen Euro dotierten Freundschaftsspielen in Asien. Dort vor allem soll das große Geschäft anlaufen und deswegen sollen die Fans, auf deren Geld Real aus ist, mit Live-Spielen verwöhnt werden. Weil Madrid bei Ligaspielen in der Heimat erst spät am Abend spielt - meist um 21 Uhr - müssen Asiaten dann eine Nachtwache einlegen, wenn sie die Partien live am TV-Schirm verfolgen wollen.

Ausgehandelt wurde dieser Deal zwischen Real Madrid und der Asia Sports Development (ASD) Ltd. - einer Sportvermarktungsgesellschaft mit Sitz in Hongkong. Und es kommt noch besser für Real: 40 Millionen Euro nimmt der Klub in den kommenden drei Jahren dafür ein, dass ASD die Expansion der Madrilenen in 19 Ländern Asiens und Ozeaniens vorantreibt. Der spanische Meister gibt seinen königlichen Namen - und ASD verkauft die Marke. Entstehen sollen nicht nur Real-Madrid-Fanklubs und-Geschäfte, sondern auch Real-Madrid- Restaurants und Real-Madrid-Coffee-Shops. Auch eine Real-Madrid-Fußballschule wird im Herbst in Schanghai starten, berichtet José Ángel Sánchez, Marketing-Direktor des Vereins. ASD ist sicher, dass sich die Pläne rechnen: "Fußball ist in Asien die Sportart Nummer eins", sagt Stephan Attia, Vorstand von ASD. "Und Spanien ist sehr populär."

Glück für die Spanier: Mit Medienstar Beckham dürfte die Marke Real Madrid noch mehr zulegen: Beim Anblick des Briten und seiner Gattin Victoria Adams, dem ehemaligen Spice-Girl, kreischen die asiatischen Fans noch einige Dezibel schriller als in der neuen Heimat Madrid. Zumindest der Verkauf von Trikots mit der Nummer 23 dürfte munter weitergehen.

Silke Kersting
Silke Kersting
Handelsblatt / Korrespondentin
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