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Bedauern und Verständnis für Völler

Hamburg (dpa) - Mit Überraschung und Bedauern, aber auch mit Verständnis haben namhafte Vertreter des deutschen Fußballs auf den Rücktritt von Rudi Völler als Teamchef der deutschen Nationalmannschaft reagiert.

Hamburg (dpa) - Mit Überraschung und Bedauern, aber auch mit Verständnis haben namhafte Vertreter des deutschen Fußballs auf den Rücktritt von Rudi Völler als Teamchef der deutschen Nationalmannschaft reagiert.

In einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) äußerten Trainer und Ex-Nationalspieler zugleich leise Zweifel, ob es Völlers Nachfolger bis zur WM 2006 im eigenen Land gelingt, eine schlagkräftige Mannschaft auf die Beine zu stellen. «Beim DFB muss jetzt einiges passieren. Wir rennen doch seit zehn Jahren der Musik hinterher. Wir brauchen jetzt ein Konzept, wie es besser werden soll und Spieler, die in zwei Jahren wettbewerbsfähig sind», forderte Thomas Berthold, Weltmeister von 1990.

Zu den Skeptikern zählt auch Thomas Helmer. «Ich glaube, der neue Mann wird es nicht leichter haben, weil er keine größere Auswahl an Spielern hat. Ottmar Hitzfeld würde es sicherlich gut machen, aber es ist nicht wirklich eine Perspektive für 2006 da», befürchtet der frühere Nationalspieler und Ex-Profi des FC Bayern München. Dagegen sieht Wolfgang Wolf, Coach des 1. FC Nürnberg, für das in zwei Jahren in heimischen Stadien stattfindende Turnier gar nicht schwarz: «Seit zwei, drei Jahren hat im deutschen Fußball ein Wandel stattgefunden, dass mehr die Jugendkonzepte gefördert werden. Ich denke, 2006 werden wir eine Mannschaft haben, die auf dem Weg nach oben ist.»

Völlers Abschied nach vierjähriger Amtszeit kam für viele völlig überraschend. «Ich bedauere diesen Schritt sehr, halte ihn für falsch und hätte mir gewünscht, dass es dem DFB-Präsidenten gelungen wäre, ihn umzustimmen. Rudi Völler war eine Identifikationsfigur für den deutschen Fußball», lautete die erste Reaktion von Werner Hackmann, Präsident der Deutschen Fußball Liga (DFL). «Ich finde es schade, denn für mich war er der richtige Mann», betonte Werder Bremens Sportdirektor Klaus Allofs. Bayer Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser sagte: «Mein Wunschkandidat für seine Nachfolge wäre Rudi Völler. Aber das hat sich ja wohl jetzt erledigt.» Verständnis für Völlers Entschluss zeigte Thomas Helmer: «Der Schritt ist absolut nachvollziehbar. Er hat sich immer als Schutzschild vor die Mannschaft gestellt. Aber es kam einfach zu wenig zurück.»

Für Rolf Dohmen, Sportdirektor beim Zweitligisten Karlsruher SC, sind vor allem die Spieler schuld an der deutschen EM-Misere. «Vielleicht fassen sich jetzt einige von denen mal an die eigene Nase und erkennen, dass sie nicht wirklich internationales Format haben», meinte der Ex-Coach von Eintracht Frankfurt. Alemannia Aachens Ex-Trainer Jörg Berger sieht den frühen EM-K.o. auch als Folge der Überfremdung der Bundesliga. «Wir bekommen jetzt die Quittung für eine schlechte Ausbildung im Jugendbereich. Italien, Spanien, Deutschland: Es sind Ligen der Ausländer. Es ist kein Wunder, dass diese Mannschaften ausgeschieden sind.»

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