Bedenken des Landesrechnungshofs gegen Finanzierungspläne
Nur noch 14 Millionen Besucher auf der Expo erwartet

Anstatt 40 Millionen nur noch rund 14 Millionen Besucher - darauf haben die Veranstalter der Expo 2000 in Hannover ihre Erwartungen zurückgeschraubt.

ap FRANKFURT. Anstatt 40 Millionen nur noch rund 14 Millionen Besucher - darauf haben die Veranstalter der Expo 2000 in Hannover ihre Erwartungen zurückgeschraubt. Ein Vertreter der Expo-Pressestelle bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Welt am Sonntag", betonte aber, dass diese Zahl schon seit der Halbzeit der Weltausstellung Mitte August bekannt sei. Der niedersächsische Landesrechnungshof soll derweil verfassungsrechtliche Bedenken gegen den Expo-Finanzierungsplan der Landesregierung geäußert haben.

Dem Expo-Sprecher zufolge kamen bis zur Halbzeit am 16. August rund sieben Millionen Besucher. Daran anknüpfend habe man für die Gesamtzeit als unterste Grenze 14 Millionen prognostiziert. Auf dieser Zahl basiere auch das erwartete Defizit von 2,4 Milliarden Mark, für das der Bund und das Land Niedersachsen je zur Hälfte gebürgt hätten. In diesem Betrag sei der verminderte Erlös aus Ticketverkäufen bereits berücksichtigt. Laut "Welt am Sonntag" wurden die Erwartungen hier von mehr als drei auf 1,12 Milliarden Mark zurückgefahren.

Wie die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" (Samstagausgabe) berichtet, will Finanzminister Heiner Aller (SPD) die Expo-Schulden nicht direkt aus dem Landeshaushalt begleichen, sondern über Kredite der landeseigenen Niedersächsischen Finanzierungsgesellschaft (NFG).

Deren Schuldenbegleichung würde dann später das Land übernehmen. Wie die Zeitung aus Landtagskreisen erfahren haben will, kollidiert dieses Verfahren nach Ansicht des Rechnungshofs aber mit Artikel 65 der Landesverfassung, wonach alle Einnahmen und Ausgaben im Haushaltsplan veranschlagt werden müssen. Da NFG-Kredite nicht zur Neuverschuldung des Landes hinzugerechnet würden, handele es sich hier um einen unzulässigen `Schattenhaushalt".

Der Expo-Chefin Birgit Breuel drohen infolge des Defizits der Weltausstellung Strafanzeigen. Der Bund der Steuerzahler und die niedersächsischen Grünen prüfen nach einem Bericht des "Westfalen-Blatts" (Samstagausgabe) `geeignete Maßnahmen, um die Verantwortlichen für die Verluste notfalls auch mit juristischen Mitteln zur Rechenschaft zu ziehen. Der Bund der Steuerzahler bezeichnete die Weltausstellung als eine der größten Fehlkalkulationen der öffentlichen Hand.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%