Bedenken in Berlin erschweren den Personalabbau
Telekom-Vorstand kritisiert Bundesregierung

Die Deutsche Telekom sieht auch nach dem Abgang von Vorstandschef Ron Sommer keinen Spielraum, den Sparkurs im Personalbereich spürbar zu verschärfen.

DÜSSELDORF. Dafür ist nach Ansicht von Personalvorstand Heinz Klinkhammer die Bundesregierung mitverantwortlich: Diese habe bisher nichts unternommen, das Dienstrecht für die nach wie vor 53 000 Beamten des Telekom-Konzerns zu flexibilisieren. "Wir haben immer wieder Vorstöße unternommen, um bei der Bundesregierung eine Lockerung durchzusetzen", sagte Klinkhammer dem Handelsblatt. "Aber man stößt ständig auf Bedenken gegen notwendige Sonderrgelungen."

Die Beamten sind durch ihren Status nicht nur vor Kündigung geschützt. Zugleich ist die Telekom mit ihnen an das Dienstrecht gebunden, das auch in Behörden gilt. Dies sei nun einmal nicht mit den Flexibilitätserfordernissen eines Telekommunikationskonzerns vereinbar, so Klinkhammer. In Kreisen der Regierung hieß es, Änderungen seien "rechtlich sehr schwierig" und derzeit "kein Thema".

Sommers Interimsnachfolger Sihler hatte angekündigt, den Schuldenabbau im Konzern zu beschleunigen. Dafür sollen Kosten jährlich um mehr als eine Milliarde Euro verringert und Investitionen in das Mobilfunk- und Festnetz sowie Ausgaben für Werbung und Beratung heruntergefahren werden.

Frank Rothauge, Analyst beim Bankhaus Sal. Oppenheim, sieht allerdings auch noch zusäzlichen Spielraum auch im Personalbereich: "Der Konzern müsste stärker prüfen, ob er Angestellte seiner Töchter in Personalverwaltung und Controlling durch Beamte aus der AG ersetzen kann."

Mittelfristig könnte überdies der Spielraum der Telekom wachsen, sich durch einen "Trick" von Beamten zu trennen: Nach dem Privatisierungsrecht von 1995 können Beamte der früheren Postunternehmen befristet in den Angestelltenstatus wechseln, wenn ihnen das attraktiv erscheint. Bietet ihnen die Telekom danach keine neue Beamtenstellung an, sieht das Gesetz Frühpensionierung zu Lasten des Bundeshaushalts vor. Mit dem neuen Tarifrecht für die Angestellten, so hofft die Telekom, lässt sich der Weg in den Angestelltenstatus weit mehr Beamten schmackhaft machen als bisher.

Quelle: Handelsblatt

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