Bedenken Israels
UN halten an Kurs für Dschenin-Kommission fest

Ungeachtet der israelischen Bedenken halten die Vereinten Nationen an dem Kurs ihrer Untersuchungskommission für das palästinensische Flüchtlingslager Dschenin fest.

dpa NEW YORK. Der Präsident des Sicherheitsrates, Sergej Lawrow (Russland), bekräftigte in der Nacht zum Freitag, dass das Erkundungsteam "vor Ende der Woche" im Nahen Osten eintreffen werde.

Zuvor hatte sich der Rat vom Unter-Generalsekretär für politische Fragen, Kieran Prendergast, über das Gespräch einer israelischen Delegation und hohen UN-Diplomaten in New York informieren lassen. Die Delegation war am Donnerstagabend eingetroffen. "Wir müssen uns Klarheit verschaffen", sagte der israelische UN-Botschafter Jehuda Lancry vor der Unterredung. Sie wurde nach zweieinhalb Stunden auf Freitag vertagt.

Westliche UN-Diplomaten interpretierten die israelische Haltung als zwiespältig. Israel wolle die Untersuchung von Massaker-Vorwürfen im palästinensische Flüchtlingslager Dschenin nicht ablehnen, suche aber Sicherheiten, unter anderem die Zusage, dass die Ermittlungen auf Dschenin beschränkt bleiben. Zu dieser Frage hatte Teamleiter Martti Ahtisaari bereits am Mittwoch angedeutet, dass er sich der Suche nach einer Antwort auf die Vorgänge in Dschenin örtlich nicht eingeschränkt fühle.

"Zusage von Peres gilt"

Israel hatte der Untersuchung vor einer Woche zugestimmt, dann aber Einwände gegen die personelle Besetzung des Teams sowie das Mandat selbst erhoben und einen Aufschub gefordert. Dazu sagte UN - Sprecher Fred Eckhard am Donnerstag, "für uns gilt die Zusage von Außenminister (Schimon) Peres vom vergangenen Freitag. Wir betrachten sie als grünes Licht".

Der Gruppe gehören außer Ahtisaari, dem früheren Präsident Finnlands, die ehemalige UN - Flüchtlingskommissarin Sadako Ogata und der frühere Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Cornelio Sommaruga, sowie ein militärischer und ein Polizeiberater an. Ahtisaari kam inzwischen dem Wunsch der Israelis nach und nahm zwei zusätzliche Berater aus dem Bereich des Militärs in die Gruppe auf.

Die israelische Armee hatte nach einer Serie palästinensischer Terroranschläge das Flüchtlingslager von Dschenin erobert. Bei den tagelangen schweren Kämpfen wurden große Teile das Lagers dem Erdboden gleichgemacht. Die Palästinenser haben Israel ein Massaker an der Zivilbevölkerung vorgeworfen. Die Regierung in Jerusalem und die Armee wiesen die Vorwürfe entschieden zurück.

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