Bedenken Russlands gegen Einsatz sollen ausgeräumt werden
Bush sieht auch in Georgien El Kaida am Werk

US-Präsident George W. Bush hat den geplanten Einsatz von US-Militärberatern in der ehemaligen Sowjetrepublik Georgien am Mittwoch gegen russische Bedenken verteidigt.

Reuters WASHINGTON. Auf die Frage von Journalisten, ob die Rebellen in Georgien unter dem Einfluss der El Kaida des Extremisten Osama bin Laden stünden, sagte Bush bei einem Besuch von Charlotte in North Carolina, das glaube er. Und er fügte hinzu: "So lange irgendwo der Einfluss von El Kaida ist, werden wir den Gastländern helfen, sie auszurotten und vor Gericht zu bringen."

US-Außenminister Colin Powell zeigte sich bemüht, russischer Besorgnis wegen der geplanten Anti-Terror-Hilfe für Georgien zu begegnen. Ein Sprecher des Außenministeriums in Washington teilte am Mittwoch mit, Powell habe deswegen mit seinem russischen Kollegen Igor Iwanow telefoniert.

Die USA hatten am Vortag bekannt gegeben, der in Afghanistn begonnene Feldzug gegen den internationalen Terrorismus solle ausgeweitet werden. Demnächst würden rund 200 Elitesoldaten aus den USA auch in Georgien stationiert. Nach Afghanistan und den Philippinen wäre dies eine dritte Front gegen den Terrorismus.

Der Sprecher im Außenministerium in Washington sagte, Powell und Iwanow hätten über die Situation in Georgien gesprochen. Powell habe Iwanow Einzelheiten des geplanten Trainingsprogramms erläutert, das im übrigen auch im russischen Interesse liege. Außerdem habe er Russland gründliche Information zugesichert.

In Regierungskreisen in Washington hieß es, die Soldaten sollten ähnlich wie die Militärberater auf den Philippinen die georgischen Streitkräfte ausbilden. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in der georgischen Hauptstadt Tiflis sagte, die Experten aus den USA könnten die Schnelle Eingreiftruppe des Landes ausbilden, gemeinsame Anti-Terror- Maßnahmen seien jedoch nicht geplant.

Russlands Außenminister Iwanow hatte sich verärgert über die Pläne der USA geäußert. Dies werde die schwierige Situation in dieser Krisenregion weiter erschweren. Iwanow sagte dem staatlichen russischen Sender ORT: "Das ist unsere Position, und Washington kennt sie sehr genau." Es wäre das erste Mal, dass US-Soldaten in einer früheren Sowjet-Republik stationiert werden, die unmittelbar an Russland grenzt.

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hatte Georgien im Dezember besucht. Georgiens Präsident Eduard Schewardnadse sagte ihm damals, das demokratische Georgien benötige Hilfe bei der Bekämpfung moslemischer Rebellen sowie bei der Modernisierung seiner Armee. Georgien ist ein wichtiges Transitland für den Erdöl-Transport zwischen dem Kaspischen und dem Schwarzen Meer.

Am 7. Oktober begannen die USA in Afghanistan mit Luftangriffen, um die dortige radikal-islamische Taliban- Regierung zu vertreiben. Sie soll dem mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge vom 11. September, Bin Laden, Unterschlupf gewährt haben. Auf den Philippinen trainieren US-Elitesoldaten die philippinische Armee im Kampf gegen Moslem-Rebellen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%