Bedenkliche Bruchstellen im DFB-Apparat offen gelegt
Zwanziger weist Klinsmann in die Schranken

Der Streit zwischen der DFB-Führung und Bundestrainer Jürgen Klinsmann um das Trainingsquartier für die deutsche Fußballnationalmannschaft bei der WM 2006 droht sich zum Flächenbrand auszuweiten. Dass der designierte geschäftsführende Präsident Theo Zwanziger mit Rücktritt gedroht haben soll, dementiert dieser jedoch vehement.

HB/mr RUST. So oder so: Aus der Diskussion ist ein Grundsatz-Streit zwischen Klinsmann und der DFB-Spitze um Kompetenzen und Rechte geworden. So energisch Klinsmann seit zwei Wochen auf eine Entscheidungsfreiheit pocht, so konsequent weist ihn Zwanziger in die Schranken. Der derzeitige Schatzmeister soll nach einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa mit seinem Rücktritt. "Der Trainerstab kann sich nicht zum Präsidium des DFB machen. Das mache ich nicht mit, dann höre ich lieber auf", zitiert dpa Zwanziger.

Dieser widerum beeilte sich heute zu dementieren, diese Aussage so gemacht zu haben. Zwanziger habe lediglich betont, dass die Kompetenzen der sportlichen Leitung der Nationalmannschaft einerseits und des DFB-Präsidiums andererseits wechselseitig zu respektieren seien, heißt es in einer Stellungnahme des DFB. Die dpa betonte, der der DFB-Spitzenfunktionär habe die umstrittende Aussage in einem rund 30-minütigen Gespräch so getroffen und keinerlei Einschränkungen über die Veröffentlichung von Inhalten gemacht.

Zwanziger, der beim DFB-Bundestag am 23. Oktober 2004 als geschäftsführender Präsident kandidiert, stellte in der DFB-Mitteilung noch einmal unmissverständlich fest: "Ich stehe voll hinter den Vorstellungen von Jürgen Klinsmann, eine starke Mannschaft für die WM 2006 aufzubauen, erwarte aber auch sein Verständnis dafür, das nicht alles bei Null anfangen kann. Im Übrigen ist verabredet, wie auch schon vom Bundestrainer öffentlich mitgeteilt, die Gesamtsituation der WM-Planung 2006 in Ruhe und einvernehmlich mit dem DFB-Präsidium zu erörtern."

Zwanziger erklärte weiter, er sei auch zu fast allem bereit, um die Vorbereitung für die Nationalmannschaft auf die WM zu optimieren. "Und wenn eine neue Quartier-Lösung 300 000 ? mehr kostet als die bisherige, bin ich auch dazu bereit", unterstrich der langjährige Funktionär: "Aber der Weg muss eingehalten werden: Jürgen Klinsmann muss mit einem neuen Konzept kommen, und wir entscheiden darüber."

Klinsmann hatte zuletzt wiederholt erklärt, dass er sich nicht an die vom DFB und Bayer Leverkusen getroffene Vereinbarung, während der WM 2006 in der BayArena zu trainieren, gebunden fühlt. Mit diesem Anspruch auf das letzte Wort überschreite er eindeutig seine vertraglich geregelten Kompetenzen, entgegnete Zwanziger. Die sehen vor, dass der neue Chefcoach zwar die sportliche Verantwortung für die Nationalmannschaft hat, aber dem DFB-Präsidium unterstellt ist.

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