Bedeutendster Wechsel seit 1991
Neuer Bahn-Fahrplan ab 15. Dezember

Für die Kunden der Deutschen Bahn soll am 15. Dezember eine "neue Zeitrechnung" beginnen. Das zumindest verspricht der Bahnkonzern mit dem "bedeutendsten Fahrplanwechsel seit der ICE-Premiere 1991" und dem zugleich in Kraft tretenden "neuen übersichtlichen Preissystem".

ddp FRANKFURT/MAIN. Mit der Umwandlung von Inter Regio- in Inter City-Strecken und neuen ICE-Sprinter-Angeboten richtet die Bahn das Augenmerk verstärkt auf Langstreckenfahrer. Diese sollen auf vielen Strecken durchschnittlich eine Stunde Zeit gewinnen. Die Fernverkehrsleistung der Bahn steigt zugleich um 1 %.

Insgesamt zehn InterRegio-Linien werden bundesweit durch neue Inter City-Linien ersetzt, wie der Vizevorstand Vertrieb im Unternehmensbereich Personenverkehr, Jürgen Büchy, am Montag in Frankfurt am Main ankündigte. Demnach bleiben nur noch sechs Inter Regio-Zugpaare erhalten. Die teureren Fahrpreise für die zuschlagpflichtigen IC rechtfertigte Büchy mit dem "höherwertigen Produkt". Für IC-Streckenzeitkarten-Inhaber sollen im Bereich bis 160 Kilometer die Fahrpreise um durchschnittlich 6,4 % sinken. Dagegen steigen den Angaben zufolge die Preise für die bisherigen InterRegio-Fahrer bei Monats- und Jahreskarten um bis zu 8,9 %, wenn sie nicht auf Nahverkehrsangebote umsteigen. Büchy räumte ein, dass die Umstellung auf den Inter City "nicht auf jeder Strecke" einen Fahrtzeitgewinn bedeute.

Der Fahrgastverband Pro Bahn & Bus Hessen kritisierte die Streichungen von Zugverbindungen und eine «massive Verschlechterung der Preissituation». Zum Beispiel werde der Interregio von Kassel über Frankfurt nach Karlsruhe durch einen teureren Intercity ersetzt, sagte Verbandschefin Petra Becker. Die Fahrtzeiten blieben voraussichtlich jedoch dieselben. Ein weiterer Interregio über Mainz und Darmstadt in den Rhein-Neckar-Raum falle komplett aus. Positiv bewertete der Verband die volle Inbetriebnahme der Neubaustrecke zwischen Köln und Frankfurt am . Damit werde regelmäßiger Taktverkehr gewährleistet. Im neuen Fahrplan ist die Neubaustrecke Köln-Rhein/Main in das ICE-Netz integriert. Ab Mitte Dezember sind sieben ICE auf der bisherigen Shuttle-Strecke mit Tempo 300 unterwegs. Damit verkürzt sich die Fahrzeit zwischen Köln und Frankfurt am Main um eine Stunde auf etwa 75 Minuten. In jede Richtung führen damit stündlich drei bis vier Züge. Premiere hat ein neuer ICE-Sprinter zwischen Hamburg und Frankfurt. Der Zug, der nur in Hannover hält, verbindet Elbe und Main in drei Stunden und 19 Minuten. ICE-Sprinter-Angebote gibt es bereits auf den Strecken von Frankfurt nach Berlin und München. Für alle Sprinter-Züge wird ab 15. Dezember ein Aufpreis erhoben. Über Details des neuen Preissystems, das Frühbucher durch Nachlässe belohnt, will die Bahn am 9. Oktober informieren. Neben dem Normalpreis mit maximaler Flexibilität werde es drei «Plan & Spar-Tarife» mit 10, 25 oder 40 Prozent Rabatt geben, ebenso eine Mitfahrerermäßigung und für BahnCard-Inhaber noch zusätzliche Ermäßigungen, hieß es zunächst lediglich. Zugleich sollen laut Bahn attraktive Regelungen für Familien eingeführt werden.

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