Beerbaum kritisiert Bundestrainer Gravemeier
Vor der EM - Streit im Lager der Springreiter

Der Streit im Lager der Springreiter hat sich sechs Wochen vor den Europameisterschaften zugespitzt. Aktueller Auslöser für die nun auch öffentlich ausgetragenen Unstimmigkeiten ist die Kritik von Ludger Beerbaum an Bundestrainer Kurt Gravemeier und am Springausschuss-Vorsitzenden Hendrik Snoek.

dpa GERA. "Ludger sollte sich an die eigene Nase fassen und den Ball flach halten", konterte nun Otto Becker bei den deutschen Meisterschaften in Gera auf die Vorwürfe: "Wir brauchen Ruhe, sonst kriegen wir bei der EM wieder keine Medaillen ab."

Becker kritisierte: "Er wirft den anderen vor, dass sie eigene Interesse vertreten und macht genau das gleiche." Der Aktiven- Sprecher der Springreiter forderte volle Konzentration auf die EM in Donaueschingen (21. bis 24. August): "Die Politik muss endlich wieder raus." Es sei schon jetzt deutlich zu merken, "dass die Konzentration leidet". Der Weltcup-Sieger von 2002 fürchtet ähnliche Debakel wie im vergangenen Jahr, als das deutsche Team beim Nationenpreis-Finale Letzter wurde und bei der WM ohne Medaille blieb.

Beerbaum hatte unter anderem mögliche Interessenkollisionen kritisiert, weil der Ausschuss-Vorsitzende Snoek privat auch Arbeitgeber des Bundestrainers und des Top-Reiters Toni Haßmann ist. Zudem hatte sich der viermalige Olympiasieger für seinen Schüler Christian Ahlmann (Marl) als EM-Starter stark gemacht, der zudem mit Audi denselben Sponsor wie er hat. "Dazu stehe ich und will mich gerne daran messen lassen", sagte Beerbaum zu seiner Fürsprache für Ahlmann.

Ersten Ärger gab es schon in Aachen

"Ich sehe keine Alternative", sagte Beerbaum und bezeichnete das als seine private Meinung. Becker hält dagegen: "Ludger ist auch Mitglied des Ausschusses." Den ersten Ärger hatte es schon in Aachen gegeben, weil Lars Nieberg nicht für die deutsche CHIO-Mannschaft nominiert worden war. "Die spinnen", hatte Nieberg gepoltert. Neben Ahlmann und Nieberg kämpft noch Sören von Rönne um das vierte EM- Ticket. Als sichere Starter gelten Beerbaum, Becker und Marcus Ehning. Die EM-Nominierung durch den Ausschuss erfolgt am Mittwoch.

Unterstützung erhielt Beerbaum von Ehning. "Das war sehr direkt, aber in Ordnung", sagte der Weltcup-Sieger. Vor allem, dass Snoek vor wenigen Wochen Markus Merschformann gekündigt und Toni Haßmann für seinen Stall verpflichtet hatte, gefällt Ehning nicht: "Dass so eine Person dann in der Kritik steht, ist verständlich." Dieser Vorfall missfällt im Übrigen auch Becker: "Der Wechsel war höchst unglücklich."

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