Archiv
Begegnung der «Dritten Art»: 3000 «Enterprise-Fans» in Bonn

Bonn (dpa) - Grausige Fratzen, Wesen in langen Gewändern, außerirdische Phantasiegestalten namens «Klingonen» oder «Vulkanier» - für Liebhaber von Begegnungen der «Dritten Art» gab es in Bonn reichlich Gelegenheit, ungewöhnliche Bekanntschaften zu machen.

Bonn (dpa) - Grausige Fratzen, Wesen in langen Gewändern, außerirdische Phantasiegestalten namens «Klingonen» oder «Vulkanier» - für Liebhaber von Begegnungen der «Dritten Art» gab es in Bonn reichlich Gelegenheit, ungewöhnliche Bekanntschaften zu machen.

Über 3000 Fans von Science-Fiction-Serien wie «Raumschiff Enterprise» oder «Stargate» verwandelten das Maritim Hotel für drei Tage in eine Außenbasis der Sternenflotten. Viele von ihnen erschienen im Kostüm ihrer Fernseh-Helden. Die «Federation Con», die zum zwölften Mal stattfand, sei das weltweit größte Treffen dieser Art, betonten die Veranstalter am Sonntag zum Abschluss.

Zahlreiche Serien-Darsteller stellten sich den Fragen und Fotoapparaten ihrer Fans und verteilten Autogramme. Stargast der «Fed Con» war Nichelle Nichols, die als «Lieutenant Uhura» in der Weltraum-Serie «Star Trek» berühmt wurde. Neben der Neugier auf die Schauspieler stand der Austausch mit anderen «Trekkies», die aus ganz Europa angereist waren, im Mittelpunkt. In Diskussionsrunden zu Themen wie «Trekkies? Menschlich oder Außerirdisch?» zeigte sich, wer eingefleischter Science-Fiction-Liebhaber oder lediglich «Gelegenheits-Fan» war.

«Trekkies werden die extremen Anhänger genannt, die ihren Lebensstil ganz nach den Serien ausrichten», erklärte Manu Bartholomä von der «Fed Con GmbH» (Augsburg). «Ihre Wohnungen sehen teilweise wie Raumschiffe aus und sie trinken "Romulanisches Ale", blau eingefärbtes Bier», erklärte der Experte. Weniger fanatische Zuschauer bezeichneten sich eher als «Trekker».

Vor über zwölf Jahren organisierte Bartholomäs Ehemann Dirk erstmals eine Zusammenkunft von Science-Fiction-Fans. «Im Laufe der Jahre wurde die Veranstaltung immer größer, besonders als die ersten Schauspieler kamen.» Heute arbeiten bei der «Fed Con» neben rund zehn Angestellten vor allem ehrenamtliche Helfer mit.

Wie sich «Trekkies» und «Trekker» durch die Serien inspirieren lassen, wurde in den eigens für die Präsentationen der Fanclubs reservierten Ausstellungsräumen deutlich. Hier stellten Hobbyautoren ihre Bücher vor, in denen sie sich in Anlehnung an berühmte Science- Fiction-Geschichten ihr ganz eigenes Universum erschaffen haben. Zu sehen gab es außerdem Modelle und Zeichnungen von Raumschiffen.

Einige Aussteller und Besucher gaben zu, dass der Weltraum-Kult für sie mehr als eine Freizeitbeschäftigung ist. «Ich merke, dass ich Dinge aus den Serien übernommen habe», sagte Joung Werner Lippken aus Wuppertal. «Zum Beispiel benutze ich Wörter der Charaktere aus Raumschiff Enterprise wie "fantastisch" oder "unlogisch" jetzt viel häufiger.»

Ben Meier aus dem schweizerischen Liestal hat von seinem Lieblingsvolk sogar gelernt, weniger egoistisch zu sein: «Den Ehrenkodex der Klingonen finde ich einfach toll und versuche deshalb, ihn in meinen Alltag mit einzubinden.» Seine Kleiderordnung sei aber nicht an der des Volkes aus der Serie «Raumschiff Enterprise» orientiert.

Wer allerdings davon träumte, selbst einmal in Rollen wie die des «Enterprise»-Kapitäns Picard oder der Prinzessin Leia aus dem Film «Krieg der Sterne» zu schlüpfen, konnte sich auf der «Fed Con» mit Fanartikeln eindecken. Reichte das T-Shirt, die Spielzeugwaffe oder der Aufnäher nicht für das authentische Weltraum-Gefühl, versprach immerhin noch eines Hoffnung: Ein Miniatur-Nachbau der «Beamstation», mit der sich die «Enterprise»-Crew so erfolgreich in andere Welten befördern lässt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%