Beginn am Donnerstag
Hintergrund: Vergabe der italienischen UMTS-Lizenzen

dpa-afx ROM. Am Donnerstag um 14 Uhr Ortszeit beginnt in Rom die Versteigerung der italienischen UMTS-Lizenzen. Wie das italienische Kommunikationsministerium am Mittwoch in der italienischen Hauptstadt bekannt gab, werden sechs Gesellschaften um fünf Mobilfunklizenzen der dritten Generation mitbieten. Die UMTS-Lizenzen werden für 15 Jahre vergeben. Der neue Technologiestandard "Universal Mobile Telecommunication System" (UMTS) ermöglicht es, Internet-Anwendungen und Muldimediadienste über das Handy zu nutzen und weltweit in einem Standard zu telefonieren.

Nach Angaben des Ministeriums soll die Versteigerung an Wochentagen von 9 bis 18 stattfinden und Samstags von 9 bis 14 Uhr. Sonntags sollen keine Gebote abgegeben werden. Welche Gesellschaft die erste Offerte abgibt, soll zu Beginn am Donnerstag ausgelost werden. Geplant wird die Versteigerung in mehreren Runden, die zwischen 15 und 120 Minuten dauern werden. Ähnlich der deutschen Prozedur werden die jeweils drei Vertreter der einzelnen Gesellschaften in separaten Räumen ihre Gebote abgeben, ohne mit der Konkurrenz kommunizieren zu können.

Zugelassen zu dem Verfahren sind neben den vier Inhabern von GSM-Lizenzen Telecom Italia Mobile (TIM), Omnitel, Wind, Blu auch die Konsortien Ipse 2000 und Andala-Hutchinson. Laut einem Bericht der Online-Ausgabe der italienischen Tageszeitung "La Repubblica" haben TIM, Wind, Omnitel und Blu die besten Aussichten auf den Erwerb einer Lizenz.



Große Konzerne bieten mit

Indirekt sind durch diese vier Bieter zahlreiche Konzerne an dem Verfahren beteiligt: die TIM-Mutter Telecom Italia, France Telecom und der italienische Stromversorger Enel durch deren Unternehmen Wind, Vodafone Airtouch und BellSouth durch deren Tochter Omnitel sowie British Telecom, Autostrade, Mediaset, Italgas und Banca Nazionale del Lavoro (Bnl) als Mitglieder des Blu-Konsortiums.

Ipse 2000 ist aus dem gleichberechtigten Zusammenschluss von ursprünglich zwei Konsortien, nämlich DIX.IT und Atlanet, entstanden. Zu den Gesellschaftern gehören die spanische Telefónica, Acea, die Fiat-Holding der Familie Agnelli Ifil, E-Biscom, Pirelli, Banca di Roma und Aem.

Das Andala-Hutchinson-Konsortium setzt sich je zur Hälfte aus dem Hongkonger Telekomkonzern Hutchinson Whampoa und der IM November 1999 gegründeten Andala-Gruppe zusammen. Gesellschafter von Andala sind wiederum Hutchison Whampoa mit 51% sowie unter anderem Tiscali (25,5%), CIR (15%), Sanpaolo-IMI (5%) und der ehemalige Telecom-Italia-Chef Franco Bernabè (2%).

Bis zum Abend vor dem Beginn der Versteigerung war unklar, ob Blu sich wirklich an dem Verfahren beteiligen wird. Innerhalb des Konsortiums ist es zu Konflikten gekommen, weil Autostrade angesichts der erwarteten hohen UMTS-Kosten ihre Beteiligung an Blu verringern wollte. Die British Telecom zeigte sich zwar prinzipiell bereit, ihren Anteil zu erhöhen, will aber auch nicht mehr für die Lizenz ausgeben. Aus diesem Grund gibt es unter den Gesellschaftern nach Berichten von Analysten Dissonanzen über die Strategie, die bei der Versteigerung verfolgt werden soll. Die Bnl teilte im Tagesverlauf mit, Blu werde an der Auktion mit großer Wahrscheinlichkeit Teilnehmen.



Mindestgebot pro Linzenz liegt bei 4 Billionen Lire

Für den Fall, dass Blu vor Auktionsbeginn aussteigen sollte, hatte der italienische Schatzamtsminister Vincenzo Visco am Dienstag angekündigt, bei vier Teilnehmern nur fünf Lizenzen zu versteigern. Die Mindestgebote pro Lizenz betragen 4 Billionen Lire. Von den Erlösen will die italienische Regierung einen Teil zur Beseitigung der Schäden durch die jüngste Flutkatastrophe im Norden des Landes verwenden, sagte Ministerpräsident Giuliano Amato.

Eine Auktion hatte die italienische Regierung zu Anfang gar nicht geplant. Erst die Rekorderlöse in Großbritannien und schließlich auf dem deutschen Markt veranlassten die Regierung diesen Weg zu gehen. Potenzielle Bieter mussten den italienischen Behörden zunächst ausreichende Finanzkraft und ein schlüssiges Konzept vorweisen, bevor sie grünes Licht für eine Auktionsteilnahme erhielten. Zwei Konsortien - Anthill und TU Mobile - fielen dabei durch. Die Regierung hofft insgesamt auf Einnahmen von mindestens 25 Billionen Lire, dürfte damit nach Einschätzung von Analysten aber tiefstapeln. Bei fünf Lizenzen halten sie Erlöse bis zu 40 Mrd. DM für möglich.

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