Beginn mit Urabstimmung am Montag
Möglicherweise bald Streik am Bau

IG-BAU-Chef Klaus Wiesehügel hat zum Auftakt der Urabstimmung in seiner Gewerkschaft die Erwartung bekräftigt, dass es in der Baubranche erstmals seit mehr als 50 Jahren wieder einen Arbeitskampf geben wird.

Reuters BERLIN. Er gehe fest davon aus, dass die Zustimmung der Gewerkschafter zu einem Streik über 75 Prozent liegen werde, sagte Wiesehügel am Montag in Frankfurt. Die Arbeitgeber forderten die IG BAU zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Die Urabstimmung soll bis zum Wochenende andauern.

Begleitet von weiteren Warnstreiks begann im Tarifkonflikt der Deutschen Post AG die dritte und möglicherweise entscheidende Tarifrunde. Die Deutsche Telekom bot nach eigenen Angaben für die 124.000 Beschäftigten Einkommenserhöhungen um insgesamt 3,8 Prozent ab 1. Juli.

Arbeitskampf am Bau "normal"

Wiesehügel sagte, er betrachte einen Arbeitskampf in der Baubranche als etwas völlig Normales. Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Thomas Bauer, sagte im Deutschlandradio, die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) habe viel zu früh mit Warnstreiks begonnen. "In einer so schwierigen Situation ist Streik einfach falsch." Die Baubranche stehe im achten Rezessionsjahr, es habe einen gewaltigen Nachfrageabbau gegeben. "Den Baufirmen geht es unglaublich schlecht."

Die Gewerkschaft hatte am Montag mit der Urabstimmung begonnen. Sollten 75 Prozent der befragten Gewerkschafter für einen Streik stimmen, könnte am kommenden Montag mit dem Arbeitskampf begonnen werden. Die Schlichtung für die 850 000 Beschäftigten war am 1. Juni gescheitert. Die IG BAU war mit der Forderung nach 4,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt in die Tarifverhandlungen gegangen. Die Arbeitgeber hatten von September an drei Prozent mehr angeboten.

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