Begrenzte Laufzeit birgt jedoch Risiken
Mit Indexzertifikaten können Anleger auf den Gesamtmarkt setzen

Index-Zertifikate erfreuen sich zunehmender Beliebtheit bei den Anlegern. Und das aus gutem Grund: Wer Index-Zertifikate kauft, kann mit ihnen bequem einen breiten Aktienmarkt abdecken.

ddp/vwd BERLIN. Die Papiere sind besonders für die große Zahl der Anleger interessant, die Besseres zu tun haben als sich tagtäglich mit Dutzenden Einzelaktien zu beschäftigen und trotzdem von den Entwicklungen am Kapitalmarkt profitieren wollen. Außerdem ist die Wertentwicklung des Zertifikats leicht nachvollziehbar, da der Kurs direkt aus dem Indexstand abgelesen werden kann. Kauft ein Anleger beispielsweise ein Zertifikat auf den Deutschen Aktienindex (Dax) im Verhältnis 1:10 bei einem Dax-Stand von 6 000 Punkten, kostet ihn das Wertpapier 600 Euro. Steigt der Dax auf 6 500 Zähler, beläuft sich der rechnerische Gewinn auf 50 Euro. Fällt der Index hingegen auf 5 500 Punkte, macht der Anleger einen Verlust von 50 Euro.

Der Käufer von Index-Papieren setzt auf die Entwicklung eines Gesamtmarktes und macht sich damit von extremen Kursschwankungen einzelner Werte unabhängig. Insbesondere enttäuschte Fonds-Anleger greifen zunehmend zu den Index-Papieren. Denn nach Abzug von Ausgabe-Aufschlägen und Verwaltungsgebühren schneiden viele Fonds schlechter ab als die entsprechenden Indizes, mit denen der Erfolg des jeweiligen Fonds gemessen wird.

Fonds in schlechten Börsenjahren oft besser als Zertifikate

Doch haben Zertifikate auch Nachteile im Vergleich zu Fonds: In schlechten Börsenjahren verlieren Index-Zertifikate unweigerlich an Wert, während Fondsmanager durch geschickte Auswahl ihrer Investments (Stock Picking) möglicherweise den Gesamtmarkt schlagen. Vorsicht bei Indexzertifikaten ist aber vor allem geboten, weil ihre Laufzeit in den meisten Fällen begrenzt ist. Notiert der Index am Fristende unter dem Kurs zum Ausgabezeitpunkt, muss der Anleger den Verlust realisieren und kann nicht auf bessere Börsenzeiten hoffen. Daher sollten Indexzertifikate bevorzugt als Ergänzung gekauft werden. Wer beispielsweise in vergleichsweise sichere, aber ertragsschwache Rentenpapiere investiert hat, könnte als Beimischung auf ein Indexzertifikat zurückgreifen und damit eine Zusatzrendite erzielen, ohne allzu viel zu riskieren.

Zu Beginn seines Investments steht auch der Zertifikat-Käufer vor der Qual der Wahl des richtigen Index-Papiers. Die Banken haben sich dabei auf spezielle Wünsche der Anleger eingestellt. Zertifikate gibt es auf so gut wie jeden Marktindex. Neben Indexzertifikaten, die sich an den Standardindizes wie Dax orientieren, bieten sie auch Zertifikate für bestimmte Branchen an. So gibt es etwa Indexzertifikate, die sich nach Branchen-Unterindizes des Euro Stoxx oder des Stoxx richten. Wer beispielsweise große Chancen für Aktien der europäischen Energieversorger sieht, aber nicht auf Einzelwerte setzen will, könnte ein Zertifikat auf den Euro Stoxx Utility Index erwerben.

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